Freitag, 25. Oktober 2013

Comicreview: Letter 44 #1



Stephen Blades ist seit wenigen Minuten Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Nach 8 jähriger Amtszeit seines Vorgängers übernimmt er das Oval-Office und findet dort einen für ihn hinterlassenen Brief. Francis T. Carrol schildert dem neuen Würdenträger seine Handlungen als 43. Präsident weiß zu gut was sein Nachfolger von ihm und seine Politik hält, doch nur wenige Zeilen und ein Foto verändern Stephens Einstellung auf einfach alles.

Man sagt, dass man sich so gut wie möglich auf Führungsämter vorbereiten kann wie man will, es kommt sowieso anders als man denkt. Das Öffnen des Briefes an den 44. Präsidenten der USA ist Stephens erste Amtshandlung und wird ihn die gesamte Legislaturperiode begleiten. Sein Vorgänger Carrol hat auf der gesamten Welt in militärische Konflikte eingegriffen, nur dienten die Einsätze nicht der Befriedung der jeweiligen Regionen und auch nicht die Stärkung der Wirtschaft, wie es scheinbar in der Realität oft der Fall ist, sondern einzig so viele Veteranen wie möglich hervorzubringen. Die Welt musste vorbereitet werden auf einen Konflikt von außen. Die NASA entdeckte Aktivitäten im Asteroidengürtel, welche offensichtlich nicht vom Menschen stammen. Irgendetwas ist dort draußen im All, im Sonnensystem, kurz vor unserer Haustür und baut Erze oder was auch immer ab. Bauen die Aliens dort ein Schiff oder gar eine Waffe? Steht eine Invasion kurz bevor? Carrol wollte vorbereitet sein, aber keineswegs die Bevölkerung beunruhigen. Was hätte es für Auswirkungen mit dieser Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen? Bricht Panik aus und die Wirtschaft zusammen? Sie wissen selbst noch nicht einmal was dort draußen zwischen Mars und Jupiter überhaupt ist. Aus diesem Grund wurde ein Raumschiff, von den Astronauten „The Clarke“ getauft, zum Asteroidengürtel gesandt. Die Mission des zusammengestellten Teams aus Wissenschaftlern und Special Forces kann zu einem Himmelfahrtskommando werden.


Ich habe schon eine Weile meinen Blog etwas stiefmütterlich behandelt und hier wenig geschrieben. Oft lag es am Zeitmangel, aber meist an dem mir vorliegendem Material. Zu eintönig, nichts wirklich neues, zu oft behandelt etc. Letter 44 hat mich vom Hocker gehauen. Endlich wieder Science Fiction mit Realitätsbezug und endlich wieder eine Geschichte die behutsam aufgebaut wird. Im ersten Heft wird kein Alien gezeigt, keine Hochhäuser stürzen ein, keine Toten, nichts dergleichen. Es wird ein Präsident ins Amt eingeführt und er erfährt was seinen Vorgänger zu seinen Handlungen angetrieben hat. Es ist noch nicht einmal eine Verschwörung, sondern eine geheim gehaltene Entdeckung und eine Mission ins Weltall, die alles hervorbringen kann. Sind da draußen wirklich Außerirdische? Der Leser erfährt es im ersten Heft jedenfalls nicht. Wunderbar inszeniert Charles Soule seine Figuren und es ist noch nicht einmal klar wer die Hauptfiguren der Geschichte werden. Folgen wir als Leser den Präsidenten oder dem Raumschiff. Bleibt der Aufbau der Handlung bei beiden Handlungsorten?


Zeichnerisch liefert Alberto Jiménez Alburquerque eine solide Arbeit ab, wobei wir wohl bereits mit dem nächsten Heft noch staunen werden. Seine Szenen vom Raumschiff machen Lust auf mehr. Seine Panels sind gut aufgebaut und halten den Leser auch beim langatmigen, aber notwendigen und wie bereits erwähnten einfühlsamen Aufbau der Handlung bei Laune. Besonders lobenswert finde ich den Bezug auf das heute technisch Machbare. Die Kommunikation mit dem Raumschiff ist verzögert, das heißt eine Antwort benötigt seine Zeit und macht einen Dialog zu einem zeitraubenden Unterfangen. Das Raumschiff selbst hat keine Schwerkraft, hat Sonnensegel und sieht auch nicht wie ein Kriegsschiff aus. Alles ist irgendwie stimmig. Man wird regelrecht in die Handlung geworfen und trotzdem behutsam eingeführt. Dem Präsidenten Stephen Blades folgen wir an seinem ersten Amtstag und der war aufregend. 

Ich folge der Serie weiter und beim ersten Heft macht ihr bei $1 keinen Fehler. Erschienen ist Letter 44 bei Oni Press.      
 

 
   

1 Kommentar:

  1. Gestern geholt (aufgrund deines Reviews) und gelesen. Schönes Ding. Im Moment gibt es einige gute Neustarts.

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