Sonntag, 30. Juni 2013

Filmreview: Marvel Knights Motion Comics




Ich habe mir mal zwei der Marvel Knight Motion Comics auf DVD besorgt, denn ich wollte unbedingt wissen wie diese wohl wirken. Motion Comics sind ja immer etwas steif, wirken viel zu statisch etc. Nun hat Marvel mich seit einiger Zeit mit ihren filmischen Umsetzungen doch ziemlich vom Hocker gehauen und so will ich auch diesem Genre mal eine Chance geben.
Ausgesucht habe ich mir „Astonishing X-Men: Gifted“ und „Iron Man: Extremis“. Hintergrund ist, dass ich die Iron Man Story gelesen haben (Review findet ihr hier bei micomics) und die X-Men Story mir bisher unbekannt ist. So kann ich versuchen etwas Objektivität reinzubringen.

Was ist ein Motion Comic?
Im Grunde ist es ein animierter Comic. Die Einzelbilder werden erweitert und bewegt. Oftmals wird über die Hintergründe mit einem Kameraschwenk gefahren und Objekte im Vordergrund statisch festgesetzt oder in Gegenrichtung bewegt. Hinzukommen leichte Animationen wie Mundbewegungen beim Sprechen, aber auch Bewegungen von Körperteilen. Insgesamt kann man aber nicht von einem wirklichen Film sprechen, denn hierzu fehlen einfach die Anzahl an Animationen. Motion Comics haben bei Marvel eine lange Historie. Die ersten Filme von Marvel waren allesamt mit dieser reduzierten Animationstechnik gestaltet worden.

Iron Man: Extremis
Der Comic hatte mich erst vor kurzem zum Start des dritten Iron Man Films beschäftigt und ich war ziemlich Zwiegestalten. Die Story von Warren Ellis war gut geschrieben, da konnte man nicht meckern. Spannend, tiefsinnig, kritisch und modern inszeniert Ellis einen Tony Stark, der eigentlich nur der Menschheit technologischen Fortschritt hinterlassen will. Es ist eher der nachdenkliche Typ, keineswegs ein spleeniger, exzentrischer Robert Downey jr. aus den Kinofilmen. Aufgestoßen ist mir nur das Artwork von Adi Granov. Gerade das erste Kapitel, also das erste Heft der Miniserie, war so stark am Computer gerendert, dass alles künstlich, kühl und ohne Leben wirkte. Granov stellte dies ebenfalls fest und veränderte mit den folgenden Heften seine Arbeitsweise am Computer, jedoch war der Stil dann etwas roher, aber auch nicht ansehnlicher. Da die gesamte Reihe am Computer entstanden ist, war die Umsetzung als Motion Comic logisch.
Der Film bringt für den Leser des Comic nur einen geringfügigen Mehrwert, denn die Umsetzung des Comic ist ein zu eins. Meine Befürchtung hatte sich bestätigt. Sollte man den Comic gelesen haben, dann langweilt einen der Motion Comic schnell. Das Artwork von Granov wirkt jedoch deutlich besser am Bildschirm als im Heftformat. Man könnte fast sagen, dass es für eine filmische Umsetzung ideal ist.

Astonishing X-Men: Gifted
Ich bin bei den X-Men so um 2001 ausgestiegen und dieser Comic aus dem Jahr 2004 beschäftigt sich immer noch mit denselben Grundthemen, die zwar moralisch und ethisch richtig sind, aber nach einem Jahrzehnt lesen langweilen. Die Mutanten werden gehasst und die X-Men wollen ihnen beweisen, dass es auch gute Mutanten gibt. Anscheinend gibt es kaum ein anderes Thema in dieser Serie.

Im Gegensatz zu „Iron Man: Extremis“ hatte ich den Comic von Joss Whedon und John Cassaday nicht gelesen. Dies hat meine Einstellung zum Motion Comic und zur Umsetzung positiv beeinflusst. Der Vergleich hat mir gefehlt und auch die Story konnte mich unterhalten. Das Joss Whedon Geschichten erzählen kann ist hinlänglich bekannt, aber auch das Artwork von Cassaday hat mir gefallen (bis auf Beast, der etwas kantig aussieht). Die Animationen sind deutlich intensiver als bei Iron Man. Hier kann man immer noch nicht von einem Film sprechen, aber hier bewegt sich alles etwas mehr.

Marvel hat die erste Folge auf YouTube online gestellt. Hier könnt ihr euch selbst ein Bild machen.



Die DVD`s
Beide Filme sind ausschließlich in englischer Sprache mit deutschen und niederländischen Untertiteln veröffentlicht worden. Die Synchronisation hat man sich gespart. Geiz ist geil…auch bei den Extras hat man sich nichts einfallen lassen, denn einen Disney Trailer kann man nicht als Mehrwert bezeichnen.

Fazit
Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei den Marvel Knights Filmen nicht. Es ist sicherlich eine nette Idee, aber nehmt lieber den Comic in die Hand. Marvel hat viele gute Filme und Serien in den letzten Jahren rausgebracht, aber die Motion Comics gehören (noch) nicht dazu. Hier muss noch etwas passieren. Zu statisch, zu steif, zu …. die Bilder langweilen das menschliche Auge und führen zum Ermüden des Auges. Sollte hier noch etwas mehr Animation, etwas mehr Bewegung eingebaut werden, dann kann das Projekt interessant werden.

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