Montag, 11. März 2013

Filmreview: Cockney vs. Zombies (2013)



London East End. Im Altenheim kämpfen Senioren ums Überleben. Mit Krücke und Rollatoren erwehren sie sich einer Invasion von Untoten. Herrlich britisch und abgrundtiefschwarz präsentiert dieser Film alles was eine Zombiekomödie ausmacht.

Die verwaisten Brüder Terry und Andy Macguire haben die Weisheit bei Gott nicht gerade mit dem Löffel gefressen, aber ihr Herz ist am rechten Fleck geblieben. Sie sorgen sich um ihren Grandpa, der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufzog und als nun dessen Altenheim abgerissen werden soll, versuchen sie etwas Kohle zusammenzukratzen, um ihn und seinen Mitbewohnern eine neue Unterkunft in London zu sichern. Die Mittel sind nicht ganz rechtens, denn die beiden überfallen eine Bank und mitten in ihrem Coup bricht in London eine Zombieseuche aus. Sie kämpfen sich durch die schleichenden Untoten zu ihrem Großvater und den Rest der eingeschlossenen, aber nicht wehrlosen Senioren. Mit einer Tasche voller automatischer Waffen kämpfen sie an der Seite der Rentner gegen die Übermacht an wandelnden, vergammelnden Fleisch.

Wieder beweisen die Briten, dass sie es drauf haben. Das Cover bezeichnet diesen Film als legitimer Nachfolger von „Shaun of the Dead“. Eine mutige Aussauge, an der ein Quäntchen Wahrheit haften bleibt. Der Film ist komisch, hochprofessionell gemacht und auch noch gut besetzt. Allein der von Alan Ford gespielte Großvater kann den Film tragen. Ford dürfte den meisten aus Snatch als der Typ mit dem Schweinestall bekannt sein. Er hat Charisma und selbst die deutsche Synchronstimme ist liebenswert. Ich kann sowieso mit alten, grumeligen Querulanten etwas anfangen. Grandpa ist auf der Höhe geblieben und noch nicht so gebrechlich wie seine Mitbewohner. Er raunzt die Jugendlichen vor dem Seniorenheim an und hat seine Enkel weitestgehend im Griff. Die beiden liebenswürdigen, aber doch etwas missratenen Enkel werden von Harry Treadaway (Control, City of Ember) und Rasmus Hadiker (I Want Candy, Your Highness) gespielt, die ihren Job offensichtlich genießen. Mit viel Hingabe zu ihren Rollen überspielen sie schauspielerische Defizite, die im eigentlichen Sinne keine wirklichen Defizite sind, sondern einfach nicht der Klasse des Alan Fords entsprechen.
Die Splatter-Effekte sind gehobene Klasse und rechtfertigen das Rating ab 18. Platzende Zombieköpfe, eine Gehhilfen-MG und eine schwertschwingende Dame veredeln die Horrorkomödie des deutschen Regisseurs Matthias Hoehne. Das störende Logo auf der DVD (Blu-Ray hatte ich bei diesem Spontankauf nicht im Laden gefunden) ist dank Wendecover nun für mich unsichtbar. Auf jeden Fall ein Anschautipp meinerseits und für Zombiefans ein Pflichtfilm.

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