Samstag, 9. März 2013

Comicreview: C.O.P.S. #1 – Absturz in South Central



Science Fiction so wie ich es mag. Los Angeles im Jahr 2013. Kalifornien hat sich vor Jahren von den Vereinigten Staaten gelöst und als unabhängig erklärt. Mit der Bush Regierung kamen nach und nach Gesetze und Beschneidungen der Verfassung, welche die Freiheit der Bevölkerung bis ins unerträglich begrenzten. Nun kämpft der Staat mit den Folgen und hat hierfür eine spezielle Eingreiftruppe ins Leben gerufen: die C.O.P.S.
Wir begleiten den jungen Polizisten Gregory, der frisch von seiner 8-monatigen Kadettenschule direkt zu der Spezialeinheit C.O.P.S. versetzt wird. Mit ihm lernen wir die Gepflogenheiten in der Truppe, ihre Organisationsstruktur und ihr Aufgabengebiet kennen. Er nimmt uns mit auf seinen ersten Einsatz und der wird von ganz oben angeordnet. Ein VTOL, ein Flugzeug welches senkrecht starten kann, ist im Slum von Los Angeles abgestürzt und an Bord befindet sich die Tochter eines Stadtrates. South Central ist ein gesetzloses Gebiet. Es herrschen Banden und alles befindet sich im Verfall. Die Wüste holt sich das Gebiet zurück und eine junge Frau hat dort nur geringe Überlebenschancen. Die Presse ist schnell vor Ort und die Polizei versucht die Gaffer von der Absturzstelle fernzuhalten bis die Überlebenden des Absturzes geborgen werden können, doch die Tochter des Stadtrates ist spurlos verschwunden. Die Ermittlungen beginnen im Slum unter widrigen Umständen, denn es droht ein Aufstand. Die C.O.P.S. müssen schnell handeln, sonst ist nicht nur das Leben des Mädchens in Gefahr.
C.O.P.S. ist eine französische Reihe nach dem gleichnamigen Rollenspiel. Die Adaption stammt von dem Deutsch-Franzosen Marc Sautriot und wurde illustriert von dem Italiener Antonio Sarchione. Kalifornien ist für einen Zeichner sicherlich ein dankbares Szenario. Die glühende Hitze und die riesige Stadt Los Angeles bieten genügend Spielraum für beeindruckende Bilder. Sarchione setzt die Geschichte von Sautriot geschickt um und schafft es eine glaubwürdige Welt in naher Zukunft zu zeichnen. Technologischer Fortschritt ist vorhanden, jedoch nicht abgedreht. Alles ähnelt weiterhin unserem technologischen Standard, nur ist es einen Tick weiterentwickelt. Es ist somit schwer von Science Fiction zu sprechen. Es wird uns ein kleiner Ausblick in die Zukunft gewährt und das macht die Geschichte glaubwürdig, für den Leser greifbar. Es ist somit einfach realistisch. Die Zeichnungen sind typisch französisch und schön anzusehen. Warme Farbgebung, tiefe Schattierungen und detailreiche Hintergründe bilden ein wahrhaft intensives Szenario, welches nach mehr, nach viel mehr Lesestoff verlangt.
Der All Verlag ist mir mit diesem Comic zum ersten Mal überhaupt ins Auge gefallen. Im klassischen Hardcoverformat, wie zum Beispiel bei Splitter üblich, veröffentlicht der kleine Verlag hochwertiges Material und bringt zusätzlich zur Handelsausgabe auch limitierte Vorzugsausgaben mit Drucken heraus. Ich finde solches Engagement sollte mit einem Kauf belohnt werden. Das Programm ist nicht reich an Ausgaben, dafür stimmt die Qualität. Ich denke mit jeder weiteren Veröffentlichung kann sich der Verlag sm Markt etablieren. Ich wünsche ihnen jedenfalls viel Erfolg und freue mich auf den zweiten, abschließenden Band der C.O.P.S. Reihe.
 Eine Leseprobe findet ihr hier bei mycomics!

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