Dienstag, 28. August 2012

International Read Comics in Public Day 2012 on Crete


Der diesjährige Read Comic in Public Day 2012 fällt genau in meinen wohlverdienten Jahresurlaub, den ich schon fast traditionell auf Kreta verbringe. Wer einmal diese Insel bereist hat, wird auch wiederkehren, denn hier ist nicht nur die erste europäische Hochkultur, die Minoer, entstanden, sondern jegliche Sagengestalten und Götter finden hier ihren Ursprung. Eigentlich ein recht passender Ort um das öffentliche Lesen von Literatur zu praktizieren.



Von der Oase ins Ödland
Wasteland – Auf diesen Comic hat mich das diesjährige Comicgate Magazin mit dem Themenschwerpunkt Zombies und Apokalypse aufmerksam gemacht. Ich hatte bereits mehrfach davon gelesen und gehört, konnte es aber nie genau einordnen. Der Artikel über Wasteland hatte mich animiert mich damit mal intensiver zu beschäftigen, jedoch wie es immer so ist habe ich es dann doch aus den Augen verloren. Leider geht es mir häufig so, dass wenn man ich im Comicshop stehe und nach was Neuem suche mir dann auch nichts einfallen will.

Als ich 2008 das erste Mal auf Kreta in der Hauptstadt Iraklion war fand ich durch Zufall einen kleinen gut geführten Shop mit englischsprachigen Comics. Zwei Jahre später war dieser spurlos verschwunden. Bei meinem diesjährigen Besuch wies mich eine in Iraklion wohnende Freundin auf ein Internetcafè in der Innenstadt hin, welches Comickisten vor dem Eingang stehen hat. Meine Neugier war geweckt und der erste Anlaufpunkt auf Kreta geplant. Dort angekommen musste ich enttäuscht und glücklich zugleich feststellen, dass der Inhaber der Computerhöhle der ehemalige Comicverkäufer war. Das Comicgeschäft war mangels Interesse eingegangen und auch die allgemeinen Verkaufszahlen von Unterhaltungsliteratur sei durch die andauernde Krise in Griechenland stark rückläufig. Selbstverständlich spart man an Kulturgütern als Erstes. Seit einiger Zeit führt er nun dieses Geschäft und verkauft nebenbei seine Restbestände. Ich stöberte also durch die Kisten und Regale mit seinen letzten Comics und stieß auf den ersten Band von Wasteland.

Ich bin nun des Öfteren auf Kreta gewesen und kann berichten, dass es hier Gegenden gibt, welche das Nildelta zum Erblassen bringen und die Sahara wie eine Oase wirken lassen können. Das Ergebnis unseres Shootings seht ihr hier, auch wenn man nicht wirklich von Read Comics in Public sprechen kann.

Der Comic hat mich jedenfalls mitgerissen und der Grobe Unfug in Berlin kann sich schon mal um den zweiten Band kümmern. Wenn ich Mitte September wieder daheim bin, möchte ich diesen in meinem Abofach vorfinden, denn ich bin echt gespannt wie es weitergeht.


2012 dreht sich alles um Batman und bei mir sowieso
Beim Stöbern durch die Kisten vom Papercut – Cyber cafe, Comics & Games in Iraklion bin ich noch über das mir fehlende Batman Annual 26 aus dem Jahr 2007 gestoßen. Die Geschichte habe ich ehrlicherweise nur überflogen. Dafür war der Frappè günstig und lecker.
Dieses Foto ist in der Innenstadt von Paleochora, einem idylischen Ort im Südwesten von Kreta entstanden. Dieses von drei Seiten mit Wasser umgebende Fleckchen besuche ich bei jeder Tour über die Insel. Hier kann man seine Seele baumeln lassen und ist fernab des Massentourismus.


Willie der griechische Zombie
Ich habe es mir zur Angewohnheit werden lassen in jedem von mir besuchten Land ein Batman Comic in der jeweiligen Sprache zu kaufen. Dieses Mal stellte such die Suche als ein Martyrium heraus. Aber dazu später mehr. In einem kleinen Buchladen fand ich folgenden griechischen Zombie Comic. Bei Zombies kann ich niemals nein sagen, also eingesackt und stolz meinem griechischen freunden präsentiert. „Der Autor ist kein Grieche, sondern nur der Name in griechischen Lettern geschrieben!“ paffte es mir entgegen. Hätte ich mir die Rückseite des kleinen Heftchens genauer angeschaut, dann wäre mir auch vorher bewusst geworden, dass ich ein „Willie The Zombie“ Comic in den Händen halte, welcher im Virus Magazin erscheint. Irgendwoher kam mir das eh bekannt vor. Egal, der Comic ist toll!

Batman, Bier und die Balance in einer Beziehung
Dann komme ich also zu meiner verzweifelten Suche nach einem Batman Comic auf Griechisch. Wer griechische Zeitungsstände gesehen hat weiß mich zu bemitleiden. Unsortiert, ramschig und teilweise wahllos in Kisten geworfen macht die Suche nach etwas Bestimmten zum Abenteuer. Von Near Mint Qualität brauchen man erst gar nicht ausgehen. Nach fünf oder sechs komplett durchwühlten Kiosken, zahllosen nicht miteingerechneten Nachfragen, welche stets mit einem knappen „Ochi“ (zu dt. NEIN!!!) abgefertigt wurden, hatte ich eine angesäuerte Freundin und einen für mich schlechten Urlaubsbeginn.

An unserem zweiten Abend in Iraklion brauchten wir zur Wiedersehensfeier mit Mega-Jumba-Riesen-Pizza selbstverständlich Bier. Im Kiosk nebenan, wir als Berliner würden Späti sagen, gab es tatsächlich auch einen kleinen Zeitungsständer. Ich hatte bereits die Suche nach einem griechischen Batman Comic aufgegeben, jedoch mein einheimischer Freund nicht und plötzlich drückte er mir die erste Ausgabe vom Flashpoint in die Hand. Sofort wurde mir klar warum es momentan keine Batman Comics gibt. Hier in Griechenland findet momentan der Neustart des DC Universums The New 52 statt. Auch gut, wenn nicht sogar sehr gut. Selbstverständlich nahm ich die etwas angeranzte Ausgabe des Relaunch mit. 



Das Foto kann sich sehen lassen. Der Geist neben mir ist ein griechischer Junge, der wirklich fasziniert mitgelesen hat und er konnte es wenigstens verstehen. 

Ich möchte mich an dieser Stelle vielmals und innig bei der Fotografin Anna Arndt (www.blitz-dings.de) bedanken, die mit viel Geduld und Hingabe diese Fotos zum Read Comic in Public Day 2012 geschossen und heute Morgen im Akkord bearbeitet hat. Unser Shooting in Paleochora haben wir heute Nacht und heute früh am Morgen tätigen müssen, da wir ab heute Mittag für nicht absehbare Zeit ohne Internet sein werden. Unser Reiseplan sieht von nun an nämlich wildes Campen an einsamen Stränden vor (aber Pssst!!!). Für das Wasteland Bild sind wir von der Nacht total fertig auf die Wanderroute E4 östlich von Paleochora gedüst, da diese Landschaft einfach nur einmalig ist. Ich glaube man sieht mir das auch deutlich an. Über den Tag hinweg hätten wir heute eh keine Fotos schießen könne, denn bei 50 Grad Celsius in der Sonne bewege ich mich gewiss kein Stück.

Ich wünsche allen noch einen schönen Read Comics in Public Day 2012 und ich bin dann mal weg.

Weiterführende Links
Fotos vom öffentlichen Lesen aus 2011 in Berlin findet ihr hier. Die offizielle Seite zum Read Comics in Public Day 2012 wurde hier auf Facebook verlegt. Die Griechen haben überraschenderweise sogar eine eigene Facebookseite. Nicht zu vergessen sind die Women readComics in Public, again! Unter dem Twitterhashtag #readcomicsinpublic werdet ihr weltweit auf dem laufenden gehalten. Schaut ruhig mla vorbei oder besser noch geht raus und lest Comics!


Kommentare:

  1. Das Sammeln der verschiedensprachigen Batmancomics finde ich sehr cool! Zu dumm, dass ich so selten reise, sonst würde ich das glatt kopieren.

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    1. Das sammeln von ausländischen Batman Comics ist nur eine absurde Steigerung meines Fanatismus...aber jeder braucht seinen Spleen.

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  2. Wusstest du, dass man in Deutschland eigentlich nicht Wild Campen darf, aber es doch geht, wenn man es schlau anstellt: http://wandern-camping.de/wild-campen/

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    1. Ich habe mich eigentlich noch nie mit Campen beschäftigt, da ich ich es grundsätzlich verabscheue. Es gibt dafür mehrere Gründe: ich dusche für mein Leben gerne, ich genieße die Grundbedürfnisse der ersten welt wie Strom und Internet, trockene Umgebung, Toilette, Kaffee am Morgen etc. In diesem Fall ist es etwas anders gelagert, denn wir haben eine Rundreise um die gesamte Insel Kreta gemacht und haben sowieso nahezu die ganze Zeit aus dem Kofferraum gelebt. Hier dann mal eine Nacht zu Campen war eher ein Vorschlag unserer ortsansässigen Freunde, die uns nahezu die Schlafsäcke, ein Zelt und die aufblasbare echt genial luxeriöse Matraze aufzwangen. Da es in den Sommermonaten nahezu nie auf Kreta regnet, fiel schon mal der Gedanke eines triefenden Zeltes weg. Die Dusche am nächsten bevölkerten strand sicherte mir mein anderes Grundbedürfnis und die mittlerweile modernisierte Welt mittels Smartphone ins Internet zu gehen befriedigte meine Sucht nach Information, der Zigarettenanzünder hielt mein Handy am Laufen und das Thema Toilette kombinierte ich meist mit einem starken griechischen Kaffee im erstbesten Kafenion. Ich würde wahrscheinlich nie freiwillig in Deutschland campen und auch in Kreta habe ich es nicht mehr als zwei Tage hintereinander ausgehalten, aber wie ich jetzt feststellen musste haben wir ja nicht gecampt, sondern gerastet bzw. pausiert.

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