Sonntag, 24. Juni 2012

Comicreview: The Walking Dead #99 – Something to Fear Part Three

Es ist wie die Ruhe vor dem Sturm. Auf der ersten Seite der 99. Ausgabe von The Walking Dead werden noch Zombies niedergemetzelt, doch ist es wohl eher um den Leser etwas anzufüttern. Die Charaktere um Rick befinden sich in einer Art Schockstarre. Sie sind verzweifelt, wissen nicht mehr weiter, wollen sogar nach Hilltop, der kürzlich gefundenen zweiten Siedlung umziehen.

In der letzten Ausgabe wurde Sgt. Abraham Ford getötet. Er war nicht nur ein beliebter Charakter unter den Lesern, sondern gehörte seit mehr als 40 Ausgaben zum Gefüge der Gemeinschaft. Er war dieser typische Kerl, außen hart und innen weich. Gerade Frauen brachten die Wendungen in Abrahams Leben und seine Entscheidungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar. Bei dieser Figur hatte sich Kirkman meines Erachtens nach nie genügend Zeit zur Darstellung seiner Motivation gelassen, jedoch ist es ein ziemlich guter Kniff des Autors diesen vor Kraft strotzenden Charakter kurz vor dem langersehnten großen Knall sterben zu lassen. Ricks Gruppe ist durch diesen Verlust erheblich geschwächt und mir als Leser kommen wie zu erwarten war Zweifel ob die Siedler einen Großangriff des Tyrannen Negan abwehren können.

Rick und seine Gruppen haben knapp ein Dutzend Männer von Negan getötet und ein erneuter angriff ist nur eine Frage der Zeit. Ich gehe nach dem momentanen Veröffentlichungsrhythmus von 2 Wochen aus. Mal im Ernst. Die 100.Ausgabe wird sicherlich ein Knall geben.

Vorsicht ich Spoiler jetzt zu der aktuellen Ausgabe.
Die Ausgabe ist wie bereits erwähnt sehr ruhig. Wir erleben ein Gottesdienst und erleben die Reaktionen der einzelnen Hauptfiguren. Glenn und Maggie wollen sogar die Siedlung verlassen und nach Hilltop umziehen, weil sie sich dort sicherer fühlen. Glenn gehört mit zu meinen Lieblingsfiguren und die TV-Serie hat mein Bild, meine Einstellung zu dieser Figur nur noch verstärkt. Kommt es tatsächlich dazu, dass Glenn aus der Serie durch einen Umzug verschwindet würde ich wohl mehr trauern, als um Abrahams Tod. Rick entschließt sich zu einem Kurztrip nach Hilltop. Er will Verstärkung holen und auch die Siedlung über den aktuellen Stand im Kampf gegen Negan auf dem Laufenden halten. Die Abfahrt wird wie zu erwarten war von Negans Männern beobachtet und der Angriff auf die Dämmerung angesetzt. Einen Zeitpunkt zu welchem Rick aufgrund der Entfernung nicht zurück sein kann. Negan ist immer noch für den Leser ein gesichtsloser Tyrann. Die Coverreihe von Something to Fear legt das Augenmerk auf blutverschmierte Waffen und das Gesicht bleibt im Schatten. Kirkman hat sein Ziel erreicht, denn ich will nun verdammt nochmal wissen wie der Typ aussieht. Man braucht ein Feindbild, ansonsten ist der Hass zu abstrakt und streut und kann gar verpuffen.

Die Ausgabe beweist wieder einmal was The Walking Dead ausmacht. Die Bedrohung in einer Zombieapokalypse kommt nicht durch die Zombies zustande, sondern durch den Menschen selbst. Es ist wie eine Art Soap und Kirkman hat 10 Ausgaben auf diesen Moment hingearbeitet. Ein kniffliger Höhepunkt, der nach vielen Toten und nach einem extremen Wendepunkt riecht. Ich bin gespannt auf die nächste Ausgabe.

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