Mittwoch, 16. Mai 2012

Comicreview: Zombies Teil 0 – Tod und Agonie


Es ist scheinbar Zombiewoche bei Nerdzweipunktnull und die treibe ich mit einer Verlosung auf die Spitze. Am Gratis Comic Tag 2012 gab es vom Splitterverlag den vollständigen Prolog der Zombiereihe von Olivier Peru als Gratisheft. Der Berliner Comicshop Grober Unfug stellte mir, nein stellte euch diesen Comic zur Verfügung. Ich verlose die Ausgabe an die Kommentatoren dieser Rezension und die kreativste Antwort erhält den subjektiven Zuschlag. Ihr habt bis zum 30.05.2012 genug Zeit euch etwas zu überlegen.
Kirkmans Comicreihe The Walking Dead hat eine Wiedergeburt des Zombiegenres bewirkt. Mittlerweile wird der mediale Markt von einer Zombie-Epidemie überrannt. Scheinbar möchte jeder Produzent, jeder Verlag und sehr viele Möchtegerns ein Stück vom verfaulten Kuchen abhaben. In den 80er und Anfang 90er Jahren reichten minimalistische Splattereffekte aus um das Publikum zu schocken, zu begeistern und einen Kultfilm daraus zu machen. In den Comicheften pflegten Zombies ein Nischendasein und waren eine von vielen Randgruppen in den Horrorheften. The Walking Dead sorgte für ein Comeback und hievte das Genre in den Mainstream. In dem überbordenden Markt ist es wiederum höchste Kreativität erforderlich, um aus der Masse herauszustechen. Der Splitterverlag wagte sich mit „Zombies“ von Olivier Peru an diese Aufgabe und wurde mit Lob überhäuft und das nicht ohne Grund.

Das erste Buch warf den Leser in das altbekannte Schema F. Ein Typ wandelt auf der Suche nach seiner Familie durch das verwaiste Land und kämpft sich durch die Untoten (hier meine Rezension). Peru schaffte es den Leser zu fesseln und hinterließ am Ende einen riesen fetten Kloß im Hals. Die Fortsetzung mit Band 2 schaffte eine ähnliche Reaktion beim Leser (hier meine Rezension).  Die auf drei Ausgaben geplante Reihe war mit den ersten beiden Büchern höchst erfolgreich und somit wurde ein vierter Teil, ein Prolog mit der Nr. 0 entworfen.

Hier kommen wir nun zu einem kritischen Punkt. Die erste Ausgabe dreht sich um den Ausbruch der Seuche, doch ist dies wirklich wichtig? Will man den Grund der Zombieseuche wissen. Haben wir als Fans nicht bereits jede erdenkliche Theorie  auf Papier und Zelluloid gesehen? Wird das nicht nur wieder eine der Abwandlungen von Meteoritenabsturz, Chemieunfall oder Laborunglück? Mit entsprechenden Argwohn, aber höchster Neugier habe ich mir den Hardcoverband von Splitter trotzdem sofort geholt, auch in dem Bewusstsein, dass ich dieses Heft auch für lau am Gratis Comic Tag hätte haben können und muss sagen: ICH WURDE NICHT ENTTÄUSCHT! Ein Tipp an alle, die bisher noch keine Ausgabe gelesen haben, sollte mit Band 0 anfangen und hier aufhören zu lesen.
 Zum Inhalt (Vorsicht könnten Spoiler enthalten sein)
In St. Petersburg findet ein Filmfestival zu Ehren des legendären aber mittlerweile dem Zynismus und der Arbeitslosigkeit verfallen Schauspielers Serge Lapointe statt. Er hat sich in diversen Horrorstreifen durch die eine oder andere Zombieseuche gekämpft und unter den Trash-Horror-Fans einen Kultstatus erspielt. Heute stehen seine VHS-Kassetten nur noch in den Regalen der Hardcorefans und sein Manager schafft es nicht mehr ihn mit neuen Rollen zu versorgen. Nun muss er seine alten Filme kommentieren und ist mehr als angewidert von der Gesamtsituation. Seinen Starstatus kann er nur punktuell ausleben und versucht das Beste aus der Situation zu machen. Flirten, rauchen, trinken und die Zeit totschlagen. Im Hintergrund flimmern auf den Fernsehgeräten immer wieder Nachrichten über eine Epidemie. Die Beiträge sind sämtlich in russischer Sprache und erzeugen bei Lapointe daher kein Interesse, eine Dame an der Bar hingegen schon. Erst am nächsten Morgen realisiert der Schauspieler, dass die Zombies bereits vor dem Hotel wüten. Das Haus ist verbarrikadiert, die Flüge in die Staaten gecancelt. Sein Manager besorgt ihm einen Platz auf dem letzten Flug in die USA, jedoch muss er irgendwie zum Flughafen kommen.

Die Geschichte nimmt immer wieder unerwartete Wendungen, Charaktere an die man sich schnell gewöhnt hat werden genauso plötzlich aufgefressen oder erschossen. Es herrscht Chaos in Moskau und der Leser ist mittendrin. Der Autor Olivier Peru schafft ein Szenario, bei dem man jede Sekunde mit den Figuren mitfiebert und keinen einzigen Moment an der Intension der Figuren zweifelt. Alles ist stimmig und glaubwürdig. So würde eine solche Katastrophe ablaufen. Das Militär als letzte Bastion versucht Ordnung zu schaffen und Kollateralschäden sind hierbei unvermeidlich. Während man in den ersten beiden Ausgaben Sam verfolgt, der verzweifelt seine Tochter sucht, ist in diesem Prequel Lapointe die Hauptfigur. Man kennt ihn bereits aus den vorangegangenen Geschichten als Anführer einer Gruppe von Überlebenden. Wenn man also bereits mit den erschienenen Comics vertraut ist, kann hierdurch etwas Spannung verloren gehen, was aber keineswegs der Geschichte schadet.

Dieser Band ist von einem neuen Zeichner namens Lucio Alberto Leoni entworfen. Es ist seine laut Splitter seine erste Comicreihe und ich muss sagen, dass der Zeichnerwechsel der Serie sogar gut tut. Leoni schafft es den Stil der Serie fortzusetzen und sogar noch etwas zu verbessern. Er kann detailreiche Hintergründe darstellen und schafft es viel Bewegung in seine Zeichnungen reinzubringen. Er verstärkt mit seinen Zeichnungen die Action der Story und reißt den Leser förmlich mit in die Flucht.

Der dritte Band ist in Vorbereitung und wird von mir sehnsüchtig erwartet. Ob Leoni weiterhin der Zeichner bleiben und wann der Band erscheinen wird, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Soweit es mir bekannt ist soll die Reihe mit Teil 3 enden, was schade wäre, denn die Qualität ist hevorragend und verdient eine längere Serie.

Fazit
Wieder habe ich einen Kloß am Ende des Comics im Hals. Also bei meiner Verlosung mitmachen und kreativ kommentieren, warum du es verdient hast den Comic zu bekommen.      

Rezensionen zu den anderen Teilen der Reihe:

Kommentare:

  1. Ich hätte sehr gerne dieses Comic, weil sich bis jetzt niemand anderes gemeldet hat, und wenn sich jemand anderes hiernach meldet, ist er es nicht wert, weil er sich zu viel zeit gelassen hat !!!

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  2. Wenn das mal nicht eine Kampfansage ist!

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