Dienstag, 1. Mai 2012

Tuesday Goes Vinyl #6 Der König Tanzt


Jeden Dienstag ein außergewöhnliches Plattencover einer außergewöhnlichen Band! Die Auswahl erfolgt nach subjektiver Qualitätsprüfung und sagt nichts über meinen persönlichen Geschmack oder dem Inhalt der Platte aus. Das Cover oder das Album hat einen Eindruck bei mir hinterlassen und mehr nicht. Warum ich mir noch Vinyl kaufe fragt ihr? Weil das Cover so groß ist und ich das Knistern der Nadel so mag!


Fettes Brot ist zurück…nein es ist nur der Fette
Sorry König Boris, aber der musste jetzt sein. Ich bin ein großer Anhänger des deutschen Raps und ich rede von dem Hip Hop, den man noch tatsächlich so nennen durfte. Fettes Brot gehören mittlerweile zur alten Schule und ich bin damit aufgewachsen. Umso mehr hat es mich gefreut wieder was aus der Richtung Hamburg verlauten zu hören. König Boris startet ein Soloprojekt namens „Der König Tanzt“ und sofort dreht sich bei mir alles. Als es dann auch noch hieß, das erste Konzert seiner Tour ist in Berlin bin ich ab ins Tickethaus und habe mir Karten gesichert. Berlin ist ja immer etwas unberechenbar, entweder ist das Konzert innerhalb von Minuten ausverkauft, wird verlegt oder geht in der Masse unter. Ich habe nix gegen Privatkonzerte, jedoch ist das immer etwas Schade für die Typen auf der Bühne.

Also Karten stehen und was erfahre ich kurz darauf:
Cheffe: „Heh Tiberius, haste nicht Lust auf die Presseaufführung von Avengers am 16.04.2012?“
Icke: „ JAAAA!!!!….Nein ich habe bereits Konzertkarten für Der König Tanzt.“
Cheffe: „Wer?“
Icke: „König Boris von Fettes Brot.“
Cheffe: „Aha, muss man den kennen?“

Seitdem meide ich das Gesprächsthema Musik mit dem Schwaben. Gut also mit erhöhter Erwartungshaltung zum Konzert, denn dieses muss mindestens gleichwertig zu einer Filmvorführung zwei Wochen vor Kinostart des Marvel Blockbusters werden, sonst werde ick zum Hulk (sorry Fadenaffe aber der Spruch passt immer). Freundin im Schlepptau, die sich auch gezwungen fühlt, dafür aber von mir gönnerhaft eingeladen wurde betraten wir den Eingangsbereich. Der Merchandise-Stand ist bei Konzerten eigentlich immer mein erster Anlaufpunkt, denn ich steh auf den Kram. Das Album war zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen, also keine LP für Tarante. Dafür hatte der König einen anderen Gimmick im Gepäck: einen Anstecker mit Musik drauf. Nette Idee, nur stimmt hierbei das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Zwanzig Euronen waren mir dann etwas zu heftig und die T-Shirts hatten mich auch nicht zum Kauf animiert. Unglücklich ziehe ich weiter und meine Madame hinterher. Plötzlich vernehme ich ein tiefes kratziges Geräusch und denke: „Dit kennste doch!“ Es ist Dendemann der frenetisch den Stand stürmt. Wiedermal denke ich mir Berlin ist doch klein und magisch anziehend oder die Hamburger Jungs sind einfach nur eine verschworene Clique.
 Etwas ermuntert geht’s weiter in den Konzertraum. Der Postbahnhof am Ostbahnhof ist mir schon wegen dem heimischen Radiosender Fritz im Hintergrund sympathisch. Ich kann dort an der frischen Luft meinem Laster, dem Rauchen, frönen und das Barpersonal versteht Handzeichen. Der Raum ist begrenzt und die Musik geht mir auf den Sack, also gehen wir raus. Ich schaue auf die Uhr und denke, dass ich seit knapp einer halben Stunde Marvel`s Avengers gucken könnte. Schnell muss ich den Gedanken verwerfen, denn sonst kippt der Abend und als der König auf die Bühne stürmt ist Hulk und Iron Man vergessen. Der König tanzt und alles dreht sich. Boris hatte die Menge ab der ersten Note im Griff und bespielte das feiernde Publikum. Zum ersten Mal merkte ich, wer wirklich der Kopf vom Brot ist. Der Typ hat Humor, Bühnenpräsenz und anscheinend den Überschuss an Irrsinn. Seine Show ist bunt, sein Make-up schrill und seine aus Amish bestehende Band wortkarg. Ich war über die Alterszusammensetzung des Publikums recht überrascht. Die eine Hälfte bestand aus 30-40 jährigen Fettes Brot Fans und der Rest waren kreischende Teenager. Geniale Zielgruppen. Wie versprochen war sein Konzert kurz und bestand aus den Songs seines noch nicht veröffentlichten Albums.
 Seit letztem Freitag ist das Album raus und wie immer Original ist nur Vinyl. Das Album ist auf einer Doppelplatte gepresst und dazugehörig wie es sich gehört ein MP3 Downloadcode. Die Bestellung der Platte im örtlich ansässigen Mediadiscounter ist eigentlich auch noch eine Erwähnung wert, da der Typ dachte ich möchte einen Soundtrack von irgendeinem uralten Heimatfilm kaufen. Müsste ich mal nach googeln, einfach nur mal so. Die Platte ist echt gut abgemischt, doch wenn ihr die Chance habt, den König live tanzen zu sehen, dann nutzt sie. Die Show ist magisch, flippig und muss man einfach mal gesehen haben.

Fazit: Der König hat die Rächer auf den zweiten Platz getanzt.

Ich habe noch zwei Videos auf YouTube gefunden, welche von der Qualität her recht gut sind und einen kleinen Einblick in das Konzert in Berlin geben. Viel Spaß damit.

Der König Tanzt - Der König Tanzt Live in Berlin 16.04.2012


 Der König Tanzt - Erste Zugabe in Berlin 16.04.2012 




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