Freitag, 18. Mai 2012

Freddy Fischer Record Release Party im Monarch


Tuesday Goes Vinyl heute mal früher als gewohnt, denn es war Record Releaseparty von Freddy!!! Versucht man Freddy Fischer & His Cosmic Rocktime Band in Worte zu fassen, dann bleibt es nicht aus von Schlager und Funk zu sprechen. Im ersten Moment kommen einem nur Begriffe wie schräg, Elvis nur eben funky oder mitreißend in den Kopf. Wer die Band noch nicht live gesehen hat, der hat etwas verpasst. Gestern war die Record Release Party des dritten Albums mit dem Titel „Dreimal um die Sonne“ und ich war selbstverständlich dabei.

Seit 2005 habe ich (nahezu) keinen Auftritt von Freddy Fischer im Raum Berlin-Brandenburg verpasst und habe kein Konzertbesuch bereut. Jedes Mal schafft Freddy selbst das sturste Publikum zu tanzen zu bringen. Die Show schafft die Gradwanderung  melancholischen Schlager mit Partytanzmusik zu kombinieren. Die Abwechslung ist auch notwendig, denn die Stimmung auf der Tanzfläche kocht in regelmäßigen Abständen über und die Pausen dienen nicht nur dem Publikum zu Erholung. Bei der gestrigen Releaseparty im Berliner Monarch am Kottbusser Tor sind die Scheiben nicht nur beschlagen gewesen, sondern das Kondenswasser lief in Strömen hinunter und verzerrte den Blick auf den U-Bahnhof. Die Karten aus dem Vorverkauf waren schnell vergriffen und an der Abendkasse bildete sich eine Schlange. Die Anhängerschaft von Freddy Fischer nimmt weite Strecken auf sich und diese Verbundenheit hat sich die Band auch hart erspielt. Seit Jahren tingelt die Band durch die Clubs und löst Begeisterungsstürme aus.  

Fans schweben in kosmische Höhen, singen mit und fordern ihre Lieblingssongs lautstark. Ohne mehrere Zugaben kommt die Rocktime Band nicht mehr von der Bühne, denn so lang die Discokugel dreht ist das Publikum in höheren Sphären und will tanzen. Ich bin immer wieder erstaunt über die Zusammensetzung des Publikums, welches grölend den Sänger begleitet. Vom Hipster, über den Skinhead bis zum Groupiemädel bewegt sich alles rhythmisch im Takt.

Das Monarch war mehr als gut besucht. Tanzen war zum Leidwesen aller kaum möglich, denn die Menschen standen dicht gedrängt und schunkelten wellenartig. Wir benötigten drei Songs um uns von der Bar in die erste Reihe, unseren Stammplatz, vorzukämpfen, denn Freddy und Band muss man sehen. Sie sind ein eingespieltes Team und genießen ihre Auftritte, das Johlen des Publikums und gerade das Stammpublikum darf nicht fehlen. Schöne Grüße an den „Jaaawohlll Ja!-Typen“ und wenn ich schon dabei bin muss ich auch noch ein Dankeschön an Guido Walz loswerden, dem Geschäftsführer der Jugendkulturfabrik, der es schafft mindestens einmal jährlich Freddy Fischer in meine Heimatstadt Brandenburg an der Havel ins Haus der Offiziere zu lotsen. Sicher liegt es daran, dass er selbst ein Anhänger der Band ist und selbstverständlich der gestrigen Releaseparty beiwohnte.

Die Band besteht aus einem festen Kern und einem wechselnden Drummer. Freddy ist als Leadsänger nicht nur Namensgeber und Frontmann, sondern bedient in einem nahezu frenetischen Wahn seinen Fender Rhodes und die Orgel. An der Gitarre spielt Rex Rocktime gekonnt die Melodien und scheint ebenfalls in seiner eigenen Welt während der Konzerte zu verschwinden. Am Bass ist Ron Rocktime in seinem Element und trägt gerade bei den schnellen Stücken mit seinem vorantreibenden Beats zur Tanztauglichkeit der Songs bei. Der wechselnde Drummer sorgt mittlerweile für etwas Unmut bei den Konzerte, da anscheinend nicht jeder Trommel den Lieblingssong einiger Hardcorefans „Safarie“ spielen kann.

Das erste Album aus dem Jahr 1974! ist nach dem plötzlichen Auftauchen aus den Tiefen eines Plattenlabelkellers inzwischen ausverkauft. Ehrenwert, aber auf Grund der Anhängerschaft wohl auch zwingend notwendig, ist die Veröffentlichung der Alben und Singles auf Vinyl. Funkmusik muss auf Vinyl gepresst werden. Mehr ist dazu nicht zu sagen.   

Zusammen mit dem zweiten Album Superdisco #1 hat die Band eine Doppel CD in Vinyl-Optik herausgebracht. Hier mein einziger Kritikpunkt am neuen Album: hier fehlt dieses Layout bei der CD. Zwei Singles haben die funky Jungs auf den Markt geworfen. „The ultimate Italian Disco Smash“ Platte „Disco Dell`Amore“ besticht mit einer grandiosen B-Seite. International Lover Disco hat im Grunde einen absoluten Erfolgscharakter. Warum dieser mit einer Chartplatzierung ausblieb weiß nur die blinde Musikindustrie. Das Wraparound-Cover mit dem Eingang zur Bartausend ist hierbei noch ein kleines Schmankerl für den Insider. Die zweite Single beinhaltet den Song „Wohin kannst du gehen mit deiner Sehnsucht in der Hand“ vom neuen Album und als Bonus den Song „Bodensee“, der nur auf der Single zu finden ist.

Die Veröffentlichung des neuen Albums ist am 22.Juni 2012, jedoch bereits seit gestern bei den Konzerten käuflich zu erwerben. Mein Tipp: geht zum Konzert, genießt die Show, kauft das Album und kauft es auf Vinyl, was sonst!    
Die Fotos stammen von anderen Auftritten im Haus der Offiziere in Brandenburg an der Havel und aus der Bar1000 in Berlin, denn diesmal wollte ich die Show vollends in mir aufsaugen. Ich habe mal beispielhaft einen etwas langsameren Song von Freddy rausgesucht, wobei ich hierbei eher subjektiv von dem Foto beeinflusst wurde, denn es stammt von meiner Madame (hier ihre Webseite www.blitz-dings.de).


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