Mittwoch, 23. Mai 2012

Beflimmert: Priest (2011)


Manchmal bin ich echt verwundert was für Filme einfach so an mir vorbeirauschen. Vor einigen Tagen, aber eigentlich bereits des Öfteren, habe ich Priest im Regal liegen sehen, nur diesmal zu einem annehmbaren Preis und somit mitnahmefähig ohne etwas darüber zu wissen. Cover, Titel und Info auf der Rückseite hatten mich bereits angesprochen und die Zusatzinfo über das Mitwirken von Karl „Bones/Pille“ Urban, dem zukünftigen Judge Dredd, hat die Entscheidung festgenagelt: den muss ick mir unbedingt mal ankiecken.
Postapokalyptisches Zeitalter, Vampire und Religion. Eigentlich doch schon mal ein gutes Grundsetting. Es herrschte ein unerbittlicher Krieg zwischen den Menschen und Vampiren. Heute leben die Menschen in abgeschotteten Städten unter Führung der Kirche und die ehemals kämpfenden Priester sind nur noch unbrauchbare Relikte vergangener Zeiten bis einer von ihnen die Nachricht über einen Vampirangriff erhält. Gegen den Willen des Kirchenoberhaupts (Christopher Plummer) und unter Androhung der Exkommunizierung bricht er auf und sucht die Familie seines Bruders in der unwirtlichen Wüste.

Die Story ist stellenweise recht vorhersehbar und zeugt nicht von einem kreativen Autor, wobei ich hierbei nichts unterstellen will, denn oftmals mischen sich in Hollywood einfach zu viele Akteure in die Dramaturgie ein.

Paul Bettany, den meisten sicher als Mönch Silas aus dem Da-Vinci Code bekannt, spielt wieder einen Priester und spielt den zwangsrekrutierten Kämpfer sehr glaubwürdig. Seine Material-Arts-Szenen sind gar nicht schlecht gemacht und seine Kreuz-Ninjasterne fand ich kitschig, aber witzig und passend. Christopher Plummer spielt das Kirchenoberhaupt solide und unsympathisch, so muss das sein. Karl Urban fällt mal wieder durch nichtssagende Mimik auf. Ich verstehe es nicht warum dieser Mann immer so kalt und emotionslos spielt bzw. warum er immer wieder besetzt wird. Ich fand ihn als Pille im Star Trek Reboot eigentlich ganz gut, jedoch zum Beispiel bei R.E.D. hat er ebenfalls höchst unglaubwürdig seine Rolle als Agent und sorgender Familienvater rübergebracht. Wehe du versaust den zweiten Teil von Star Trek. Meine Madame war natürlich bei einem Schauspieler gleich aus dem Häuschen. In einer kleinen Nebenrolle spielt der Vampirkönig Stephen Moyer alias Bill Compton aus True Blood mit. Diesmal ist er kein Vampir, soviel sei verraten.

Die Special Effects waren handwerklich gut gemacht und haben eine schöne düstere, dreckige Grundstimmung erzeugt. Postapokalyptische Settings haben es mir angetan und hier wurde ich ausreichend in meinem Weltbild der Zukunft bestätigt und bedient. Elektromotorräder, welche mit mobilen Solarstationen geladen werden, abgegrenzte, hochgewachsene Städte, verwüstete Landschaften und keine übertriebenen körperlichen Fähigkeiten. Hat alles gepasst. Selbst die Vampire, welche wirklich abgedrehte Monster waren, sind gut gelungen. Keine vegetarischen, glitzernden Schönlinge sondern blutrünstige, eklige Wesen, welche eher tierisch-instinktiv agieren, wie Insekten einen Stock aus sekreten bauen und in verschiedenen Kasten organisiert sind. Der Film muss im Kino auch in 3D gelaufen sein. Einige Szenen waren dafür sicherlich prädestiniert, ob es den ganzen Film hinweg seinen Zweck erfüllt hätte kann ich nicht beurteilen, bezweifle ich aber stark. Der Soundtrack ist mit vielen Chorälen versehen und fügt sich gut in den Film ein. Letztendlich macht die Musik den Film rund und fast episch.

Fazit
Ich bin bespielt worden und kommt somit in die obere Riege der Vampirfilme aus den letzten Jahren.


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