Samstag, 26. Mai 2012

Beflimmert: Men in Black 3


Pünktlich zehn Jahre nach dem zweiten Teil kommt die bei vielen Fans langerwartete Fortsetzung von Men in Black ins Kino und zuallererst das Wichtigste: ich bin bespielt worden, wurde extrem gut unterhalten und hatte richtig Spaß mit diesem Film. Es ist eine gute Fortsetzung und ein würdiger dritter Teil, man könnte sogar sagen ein würdiger Abschluss einer Reihe. Men in Black 3 sollte man gesehen haben und einer der ersten Realfilme mit lohnenswerten 3D-Effekten. Die ersten Kritiken waren ziemlich durchwachsen. Ich weiß nicht welchen Film diese „Experten“ gesehen haben, jedoch waren sie anscheinend in einem anderen Film.

Kurz zur Story ohne wirklich zu spoilern, denn ich glaube die meisten haben wenigstens schon den Trailer gesehen (ansonsten siehe unten wie immer mit dabei). Agent J (Will Smith) stellt eines Morgens fest, dass sein Partner K (Tommy Lee Jones) bereits seit 40 Jahren Tod ist. Jemand hat die Zeit manipuliert und anscheinend ist J der Einzige, der dies mitbekommen hat. Plötzlich ziehen feindliche Schiffe am Himmel der Erde auf und zerstören die Städte. J muss in die 60er Jahre zurückreisen um K das Leben zu retten. Hier trifft er auf dessen jüngerer Version gespielt von Josh Brolin. Gemeinsam versuchen sie einen ausgebrochenen Schwerverbrecher aufzuhalten, der nun sogar im Doppelpack vorhanden ist.

Die 60er Jahre bieten dem Kreativteam hinter Barry Sonnenfeld natürlich einen großen Spielraum. Sei es Andy Warhol und seine gesamte Factory Anhängerschaft. Ich muss an dieser Stelle mal gleich auf einen neuen Nebencharakter zu sprechen kommen, denn der hat mir besonders gut gefallen. Der Alien heißt Griffin (Michael Stuhlbarg) und hat die Fähigkeit bzw. die Plage eine Wahrnehmung von verschiedenen Zeitalternativen wahrzunehmen. Der Charakter plappert viel und wird in der Factory liebevoll dem Publikum vorgestellt. An dieser Figur wird jeder seinen Spaß haben, denn er ist scheinbar die ausgereifteste Nebenfigur der gesamten Trilogie. Während des Films hatte ich vergebens überlegt woher ich den Darsteller des Griffin kenne. Erst heute bei der Recherche habe ich es erlesen und ist mir fast peinlich ihn nicht erkannt zu haben. Stuhlbarg hatte die Hauptrolle in „A Serious Man“ der Coen Brüder gespielt und dort eine hervorragende schauspielerische Leistung abgeliefert. Ich denke von diesem Darsteller werden wir noch einiges hören bzw. sehen.
 Ähnlich erging es mir bei dem Schurken Boris. Durch die maske sei es mir hier verziehen, aber ein flaues Gefühl hatte ich schon bei dem Darsteller und auch hier überlegte ich kurz woher ich ihn kenne. Gespielt wird das Alienmonster von Jemaine Clement. Dem Mainstream Popcorn Kinogänger sicherlich ein unbekanntes Gesicht, dem einem oder anderen Filmfreak sicherlich ein Begriff. Seine Vita umfasst Filme wie „Eagle vs. Shark“ oder „Gentlemen Bronco“. Zwei wirklich geniale Filme die man gesehen haben muss und in denen Clement hervorragende Rollen spielt. Bei Men in Black 3 ist er der Bösewicht, wieder mal eklig, superböse aber leider wie so oft reichlich undefiniert. Seine Intension ist nur grob angedeutet und nicht nachvollziehbar und auch nicht wirklich von Bedeutung. Er ist der Schurke, er muss so sein, denn das Hauptaugenmerk des Films liegt auf der Beziehung der Agents J und K.
 Erwähnenswert ist Josh Brolin in der Rolle des jüngeren K. Ich hatte erst meine Zweifel, ob die Einführung einer jüngeren Version von Tommy Lee Jones funktioniert, denn der Typ hat Charisma und das Zusammenspiel mit Smith hat eine eigene Dynamik entwickelt. Die Kopie ist Brolin tatsächlich gelungen. Er sieht nicht nur so ähnlich aus, sondern er hat Mimik, Gestik und Sprachrhythmus von K grandios übernommen (ich habe die deutsche Synchronfassung gesehen und gehe daher nur von dieser Version aus). Nach wenigen Szenen vergisst man tatsächlich, dass ein anderer Schauspieler die Rolle übernommen hat. Hier hatte ich meine größten Befürchtungen und wurde von der schauspielerischen Leistung Brolins nahezu überrascht. Die Chemie zwischen ihm und Will Smith hat von der ersten Minute an gestimmt. J muss am Anfang des Films feststellen, dass er eigentlich so gut wie nichts über seinen Partner weiß. Sie arbeiten seit 15 Jahren zusammen und er kann K immer noch kein bisschen einschätzen. Darauf läuft der gesamte Film eigentlich hinaus. Die Beziehung zwischen den beiden bekommt Form und der Film soll erklären warum K so geworden wie er ist. Brolin spielt K deutlich lockerer, jedoch keineswegs übertrieben. Man merkt ziemlich schnell, dass etwas Prägnantes passiert sein muss, dass K so werden lassen hat. Der Film läuft über die gesamte Zeit darauf hinaus und kommt mit einem wohlgesonnenen Abschluss daher. Nicht für jeden überraschend, aber würdig.  
 Die zehn Jahre Abstinenz haben der Reihe gut getan. Nach dem durchwachsenen zweiten Teil, der auch finanziell nicht der wirkliche Knaller für das Studio gewesen ist, war es fraglich ob und wann eine Fortsetzung kommen wird. Die Produzenten und Autoren hatten inzwischen zehn Jahre Zeit dieses Projekt zu entwickeln. Mit den Jahren hatte ich eine Fortsetzung nicht mehr auf dem Schirm und auch die ersten Gerüchte vor zwei Jahren hatte ich nicht wirklich für voll genommen, denn Smith ist für viele Projekte inzwischen unbezahlbar und Tommy Lee Jones auch ziemlich gealtert. Der Kniff mit der Zeitreise war entsprechend gut gewählt und somit kam Jones ohne viele Actionsequenzen auf eine Spielzeit von knapp 15 Minuten, die jedoch mit seiner typisch, liebgewonnenen trockenen Art.

Eine Anspielung zum zweiten Teil fand ich besonders niedlich gemacht. Agent J hatte dort einen weißen Autopiloten, weil doch ein schwarzer Fahrer immer von der Polizei angehalten wurde. Diese Thematik findet in den 60er Jahren eine schöne kleine Anekdote, denn die Rassismus Debatte hatte damals in den Staaten seinen Höhepunkt und durfte einfach nicht unerwähnt bleiben.  

Ich gebe zu, dass Zeitreisegeschichten immer etwas abstrus wirken können, sich leicht Logikfehler einschleichen und einem oft der Gedanke kommt: „Ist denen nichts Besseres eingefallen?“  Leider wird in Science Fiction Filmen die Zeitreise als Erklärungsmodell für alles genutzt und auch hier könnte man diesen Vorwurf anbringen, aber egal, es ist Men in Black, die dürfen das. Ich gehe damit inzwischen etwas lockerer um, denn der Gesamteindruck zählt und da ich bespielt und amüsiert aus dem Kino kam, sind dann solche Details nahezu belanglos. Der Film ist etwas zu kurz geraten oder die Zeit ging einfach zu schnell vorbei.

Erwähnenswert für mich ist noch das Thema 3D. Ich bin immer noch nicht überzeugt von dieser „Modeerscheinung“, denn die meisten Filme hatten mich höchsten in einer Szene pro Film beeindruckt, ansonsten war die Brille vor meiner richtigen Brille nur ein Störfaktor. Der dritte Teil von Men in Black hat mich jedoch des Öfteren visuell beeindrucken können. Der Film hat ein paar Szenen, welche mit dem Effekt schön spielen.

Im Vorprogramm durfte ich den Trailer von The Amazing Spider-Man in 3D betrachten und hier habe ich dann tatsächlich meine Meinung zu 3D geändert. Der Trailer war mit durchaus bekannt, jedoch hat der 3D-Effekt mich nahezu geflasht. Mir wurde schwindelig, ich bin mitgeschwungen durch die Skyline von New York und der Film wird wahrscheinlich den nächsten Maßstab für 3D-Filme setzen. Ein kleines Highlight für mich war dann noch erstmalig den Trailer von Batman The Dark Knight Rises im Kino zu sehen. Ich musste juchzen, auch wenn ich den ersten Trailer schon öfters gesehen habe. Ich bin so gespannt.

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