Freitag, 6. April 2012

Comicreview: Tokyo Zombie


Da ich diese Woche gehäuft mit Zombiecomics ausgestattet wurde, ernenne ich die vergangene Woche rückwirkend zur „Zombiewoche“. Irgendwie finde ich das passend zu Ostern. Ich weiß auch nicht warum. Heute stelle ich mal einen Manga vor und macht euch keine Sorgen, ich bleibe meinem Credo des Anti-Manga-Comic-Lesertums treu, jedoch bestätigen die Ausnahmen halt die Regel und „Tokyo Zombie“ ist meines Erachtens kein typischer Manga. Bevor ihr weiterlest noch ein Hinweis vom Umschlag: Adults Only!
Ein riesiger Müllberg - verscharrte Leichen - Zombieepidemie
Mittendrin sind Afro und Hage. Sie sind faul, etwas trottelig und somit grundsätzlich schon mal sympathisch. Als ihr Vorgesetzter sie auch noch zum Arbeiten drängen will erschlagen sie ihn prompt und verscharren ihn auf einem Müllberg. Dieser Umgang mit plötzlich Verstorbenen scheint Gang und Gäbe zu sein, denn aus unerfindlichen Gründen stehen die Verscharrten auf und greifen die noch lebendige japanische Bevölkerung an. Afro und Hage verbarrikadieren sich und gehen ihrem Hobby nach: Wrestling bzw. Jiu-Jitsu. Ein unglücklicher Umstand zerstört die schützende Mauer und die Beiden müssen fliehen. Beim Fluchtversuch wird Meister Hage gebissen. Ein paar Ratschläge an seinen Schüler Afro später stürzt er sich aus dem Auto. Afro soll nach Norden, denn dort gibt es ein Schiff nach Russland in eine angeblich zombiefreie Zone.

Afro kommt jedoch nicht weit. Eine geschützte Siedlung bietet ihm Unterschlupf. Hier hat sich eine zweigeteilte Gesellschaft gebildet: Reiche und Sklaven. Die wohlbetuchte Gesellschaft amüsiert sich mit Arenakämpfen zwischen Wrestlern und Zombies. Afro gehört zu den Gladiatoren und ist wie zu erwarten unter den Zuschauern verhasst, aber zu gut um in der Arena zu sterben. Die Macher des Showspektakels haben aber ein Ass im Ärmel: den Uber-Zombie Hage!

Wie kommt ein Manga in mein Abofach
Der kompetenten Beratung durch meinen Lieblingsverkäufer im Groben Unfug habe ich diesen Manga der besonderen Art zu verdanken. Effektiv setzte der Verkäufer meines Vertrauens diesen Trailer (siehe unten) als Verkaufsargument ein. Nach einem gefühlten halben Jahr Lieferzeit hatte ich dieses Buch bereits in meinem Gedächtnis unter der Kategorie „Leider vergessen“ abgelegt und umso größer war kürzlich die Überraschung den Manga in meinem Abofach vorzufinden. Zugeben, thematisch ist dieses Werk eine Kombination aller bekannten Klischees. Kämpfe mit Untoten, zwei Trottel auf der Flucht, eine Siedlung mit unterschiedlich privilegierten Schichten, zwei Freunde die gegeneinander kämpfen sollen. Alles alt, jedoch bewährt. Die Geschichte funktioniert und ich habe mich unterhalten gefühlt. Die Charaktere und ihre Handlungen sind nachvollziehbar und keineswegs abgedreht.

Bad, but Good
Die Zeichnungen sind auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Autor und Zeichner Yusaku Hanakuma illustriert im „heta uma“ Stil, was so viel heißen soll wie „Bad, but Good“. Dem kann ich vorbehaltlos zustimmen. Die schwarz/weißen Panels könnte ein Kind gestaltet haben, aber sie wirken, sie erzählen die Geschichte, treffen den Kern der Aussage und lassen alles unnötige einfach weg. Die Leseweise eines Mangas ist für mich immer wieder gewöhnungsbedürftig aber wie Fahrradfahren, einmal verstanden ist man nach kurzer Zeit wieder drin. Die Größe des Buches ist U-Bahntauglich*, der Inhalt hingegen nicht. Gerade das erste Kapitel hat bei meinem Sitznachbar einen Platzwechsel provoziert. Ich glaube mein Exemplar belasse ich in meiner Tasche und jedes Mal wenn ich etwas Platz brauch oder der Fahrgast in sonstiger Weise stört (stinkt, zu viel Platz braucht, ständig an irgendetwas rumfummelt, in seiner Tasche sucht oder sich einfach zu viel bewegt) hole ich es raus und öffne die gewisse Seite. Ein Experiment ist es auf jeden Fall wert.

Fazit
Der Comic hat mir gefallen und kann ich wieder einmal jedem Zombiefan ans Herz legen. Ich mache mich mal auf die Suche nach dem Film zum Manga.




*patentierter Begriff von Fadenaffe (sollte jedem Deutschen mittlerweile bekannt sein was Plagiate für Auswirkungen haben können und ich will meinen Dr.Nerd 2.0 Titel ja nicht aufs Spiel setzen)

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