Samstag, 28. April 2012

Filmreview: Marvels The Avengers (2012)


Eine lange Vorbereitung bestehend aus fünf Filmen benötigte Marvel Studios um das Großereignis „Marvel’s The Avengers“ einzuleiten. Ich konnte das Special-Effects Spektakel kaum abwarten und war gestern Abend im Kino, doch ist der Rächer Film wirklich das ultimative 3D-Blockbuster-Event 2012?


Ja, der Film ist ein/der Blockbuster und es ist die Pflicht eines jeden Comicfans und eines jeden Kinofilmliebhabers dieses Heldenteam auf der großen Leinwand anzuschauen. Wer diesen Film auf dem heimischen Fernseher oder noch schlimmer als Kinomitschnittdownloadkrüppel auf dem Rechner schaut ist selber schuld. Er verpasst einen Film der für die große Leinwand geschaffen wurde. Er verpasst jahrelange Vorbereitung und sieht …. naja nur einen Bruchteil von den Rächern.

Zur Story
Thors Bruder Loki will mit Hilfe eines Cosmic Cube die Erde zerstören, den er ausgerechnet Nick Fury stibitzt. Der Superspion und Chef von S.H.I.E.L.D ist auf solche Situationen vorbereitet und hat im Hintergrund eine Gruppe von Superhelden zusammengestellt für den Fall der Fälle. Nach dem Coup mit dem Cube geht der Film mit der Devise voran: „Avengers Assemble!“ Bruce Banner arbeitet als Arzt/Heiler im Südamerikanischen Hinterland, Tony Stark macht auf autarke ökologische Schiene, Thor ist ein Gott, der macht sowieso was er will, Captain America drischt den Sandsack und Black Widow verhört die Russen wie nur eine Frau das kann. Achja den Typen mit Pfeil und Bogen namens Hawkeye gibt es auch noch. Der ist von Loki hypnotisiert worden und steht auf der falschen Seite. Wer jetzt denkt ich spoiler zu viel, dem sei gewiss, dies ist die Zusammenfassung der ersten 10 Minuten. Der Cosmic Cube kann ein Tor zu einer anderen Dimension öffnen und gewährt einer fremden außerirdischen Rasse Zutritt zur Erde. Also ab in den Kampf.

So lieblos ich die Story jetzt auch zusammengefasst habe, so lieblos wirkt die Geschichte auch nur im Rückblick. Während des Films ist man von den Charakteren, Dialogen und den Effekten so gebannt, dass man kaum merkt eine Story für ein 26seitiges Comicheft geliefert bekommen zu haben.

Zu den Charakteren
Die Stars des Teams sind eindeutig Iron Man und Hulk. Mein Favorit aus den vergangen Filmen der einzelnen Figuren war sowieso der Eiserne. Was Robert Downey jr. als der technikaffine Tony Stark da abliefert ist schon eine Meisterleistung. Arrogant, lässig, clever. Eine geniale Symbiose aus Sympathie und Antipathie. Seine lockeren Sprüche werten den Film auf und bestücken ihn mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Dadurch nimmt sich der Film selbst nicht so ernst und hebt ihn so von den restlichen Superheldenverfilmungen deutlich ab. Seine Coolness gepaart mit geballtem Wissen machen den Iron Man zu den interessantesten Charakteren dieser Rächer Verfilmung.

Für mich überraschend kommt an zweiter Stelle Bruce Banner alias der Hulk. In der nun dritten Besetzung durch Mark Ruffalo ging ich mit einer gehörigen Portion Skepsis in den Film. Ich gehöre zu den Anhängern der Ang Lee Verfilmung von 2003 mit Eric Bana in der Titelrolle. Nachdem ich die Edward Norton Verstümmelung 2008 im Kino gesehen hatte war ich erschrocken. Die DVD Fassung hingegen war dann noch ganz annehmbar. Warum auch immer nun neu besetzt werden musste (verdammte Diva) ist Mark Ruffalo nun in die großen grünen Fußstapfen getreten. Wer ist denn bitte Mark Ruffalo? Ich musste auch erst einmal googeln und stellte fest einige Filme mit ihm bereits gesehen zu haben, aber er ist mir nicht wirklich hängen geblieben. Die Skepsis war schnell verflogen, denn ab der ersten Sekunde hat man ihm das grüne Monster abgenommen. Ruffalo macht einen super Job und ich ziehe meinen Hut. Die Typen aus den Effektschmieden tun dabei den Rest. Seine Szenen im großen Endkampf und auch sein erster Wutausbruch gehören zu den Highlights des Films. So und nur so wird eine Stadt in Schutt und Asche gelegt um sie zu retten.

Der Captain America ist mir als Europäer von Natur aus suspekt. Seinen Solofilm hatte ich mir trotzdem angeschaut und war positiv überrascht. Seine Figur gewinnt im Avengers Film keinen neuen Aspekt hinzu. Er dient im Grunde genommen für Tony Stark als Lästerobjekt über rückständiges Wissen und für die bedrohten Amerikaner als Symbol. Witzig sind die Szenen mit den Sammelkarten, aber naja mehr halt auch nicht. Thor ist Thor. Ich möchte mich zu dieser Figur eigentlich kaum auslassen. Nur eine Bemerkung nebenbei: bitte legt mehr trockenen Humor in seine Dialoge, denn der eine Spruch bezüglich seines Verwandtschaftsgrades zu Loki war der Reißer im Kino.

Dann wären da noch Black Widow und Hawkeye. Beide S.H.I.E.L.D-Agenten im Dienste von Nick Fury und beide Figuren hapert es an Charakter, wobei Black Widow gegenüber dem Bogenschützen noch einen gehörigen Vorsprung durch Sexappeal und Kampftechnik hat. Letztendlich ist Clint Barton alias Hawkeye die blasseste Figur im Ensemble, was zu großen Teilen der ausdruckslosen Mine und dem unterkühlten Auftreten des Schauspielers Jeremy Renner zu verschulden ist. In der hypnotisierten Phase ist er am glaubwürdigsten. Den Bösen nimmt man Renner wirklich ab, jedoch als der gute Held ist er vollkommen fehlbesetzt. Scarlett Johansson macht ihren Job als Natasha Romanov hingegen solide und hat zwei ganz gute Szenen im Film bekommen. Im Endkampf wirkt sie jedoch mit ihrem Pistölchen etwas fehl am Platz.

Der Typ im Hintergrund
Der Strippenzieher des Films ist Joss Whedon und er hat den wohl besten Job seiner Karriere abgeliefert. Vielen wird Whedon als der Erfinder von Buffy, Angel und Firefly in Erinnerung sein und mit der Vergabe des Regiestuhls an einen Comicaffinen ist den Marvel Studios ein Glücksgriff gelungen. Die Marvelstudios haben den richtigen Weg gewählt jeden der großen Hauptfiguren vorab einen eigenen Film zu widmen, denn alle auf einmal in einem einzigen Film vorstellen hätte nicht funktioniert. Whedon war auch für das Drehbuch von Avengers verantwortlich und hat es geschafft alle Figuren mit kurzen prägnanten Szenen vorzustellen bzw. in Erinnerung zu rufen. Was ihm hoch anzurechnen ist, ist der Raum den er den Helden lässt. Jede Figur findet ausreichend Platz im Film und ist in sich schlüssig. Keine Figur erscheint im Film als überflüssig oder zu viel des Guten, auch wenn man sdich mehr Szenen mit Iron Man oder Hulk wünscht. Hätte Whedon sich zu sehr auf eine Figur beschränkt, wäre das Gleichgewicht aus dem Gefüge geraten und der Film wäre gekippt, er hätte wahrscheinlich nicht funktioniert.

3D und die Effekte im Allgemeinen
Ich hatte mich bereits öfters über meine 3D Abneigung geäußert. Ich finde die Idee dahinter genial nur die momentane Umsetzung nicht beeindruckend genug. Im Falle des Avengers Film bezweifle ich stark den Mehrwert der 3D Umsetzung. Der Animationstrailer im Vorprogramm hatte mehr beeindruckende Szenen als der Hauptfilm und zeigte mir wieder einmal, dass Realfilme in 3D gegenüber animierten Filmen bei dieser Effektwahl einfach nur blass aussehen.

Die Special Effects wirken hingegen sehr gut. Besonders lobenswert finde ich die Animation vom Hulk. Hier hat man sich nicht die Mühe gemacht ihn zu 100% realistisch aussehen zu lassen und daher kann man getrost von einer Comicverfilmung ausgehen. Es ist genau der richtige Mix an Animation und Realismus, welche dieser Film benötigt. Diese Umsetzung passt auch zum Gesamteindruck des Blockbusters. Er nimmt sich selbst nicht ernst und somit kann das grüne Monster auch getrost unrealistisch aber trotzdem beeindruckend aussehen.

Abspannsitzenbleiber
Eigentlich sollte mittlerweile Jedem bekannt sein, dass man bei den Marvelverfilmungen während des Abspanns sitzen bleibt. Trotzdem ist das Publikum im Steglitzer Titania Palast wieder in Massen aufgestanden. Aber was will ich erwarten von Leuten die Avengers als „Adventures“ titulieren. So geschehen von der Person hinter mir, der für seinen Facebook Status von seinen begleitern dreckig ausgelacht wurde. Ich kann das frühzeitige Aufstehen gerade dieses Mal nicht verstehen. Zum einen sollten die anwesenden Kinobesucher wenigstens einen der Vorgängerfilme gesehen haben und zum anderen war der Abspann doch sehr gut animiert. Es wurden Detailaufnahmen geboten und war keineswegs dieses runterlaufende Textbild vor schwarzem Hintergrund. Wenigstens musste ich mich nicht bemühen die Leute anzuschreien. Das taten andere Fanboys für mich denn meine Madame hielt schon meine Hand, denn sie wusste, dass der Hulk in mir gerade ausbrechen wollte.
Die Nachdemabspannszene bot dann nochmal was für den Marvelfan. Ich muss zugeben, ich musste wiederum googeln um die Szene zu verstehen. Wer wissen möchte wer/was/wieso/weshalb/warum zu sehen war der muss den Text in der Klammer mit einem Doppelklick makieren, denn ich war zu faul mich mit einem Spoilerkasten zu beschäftigen.

( Zu sehen war Thanos … wer auch immer das ist. Ich bin nicht sehr belesen im Marvel Universum und daher kann ich nicht genau sagen wer der Typ ist. Jedoch muss er ein ultraübergroßer Bösewicht sein, nachdem sogar Kriege benannt sind. Wikipedia gibt dir Auskunft, wenn du genauso unwissend bist wie ich. )

Ich hatte bereits die Chance Avengers als Pressevorführung zu schauen, jedoch hatte ich bereits Karten für König Boris Soloshow „Der König tanzt“ und daher war meine herzallerliebste Kollegin Jean Fischer in der Vorstellung. Ihre Review findet man hier bei micomics.

Einen Linktipp zum Schluss:
Unser Podcast zu den Comicverfilmungen 2012

1 Kommentar:

  1. Und die herzallerliebste Kollegin dankt immer noch für die Möglichkeit, die Pressevorführung gesehen zu haben - und für die Info zur Nach-Abspann-Szene (ich hatte da jemand anderem im Verdacht...)

    AntwortenLöschen