Montag, 2. April 2012

Comicreview: The Walking Dead #94 – A Larger World Part Two


Die berühmteste Zombiecomicreihe steuert auf ihre 100. Ausgabe zu und kurz vor dem angekündigten Megaereignis hat Autor Kirkman eine Storyline entworfen, welche unter Fans bereits lange erwartet wurde. „A Larger World“ holt die Gruppe um Rick aus ihrer kleinen Festung und macht die Geschichte wieder zu einem Roadtrip durch die von Zombies eroberte Welt. Der erste Teil hatte mich begeistert, denn ein mysteriöser Fremder namens  Jesus berichtete Rick von weiteren Siedlungen. Das Cover spoilert bereits die Grundstory, doch hält The Walking Dead im Endspurt auf die magische 100. Ausgabe ihre Qualität.

Rick misstraut Jesus weiterhin und hält ihn gefangen. Carl ist hingegen von der Vertrauenswürdigkeit des Fremden überzeugt und Rick ist zu einer Entscheidung gezwungen, denn die zu Neige gehenden Vorräte bedürfen dringend einen Nachschub. Rick entscheidet sich für einen Aufbruch zu der angeblichen Siedlung und Jesus soll sie führen, jedoch wird er weiterhin als Gefangener gefesselt. Zu allem Unglück hat sich Carl ins Auto geschlichen. An einer Tankstelle macht der Erkundungstrupp rast, denn sie müssen 20 Meilen bis durch verwüstetes Gebiet zurücklegen, doch dann kommt es wie es kommen muss: ein Zombieangriff und ihr Führer Jesus ist noch gefesselt und den Untoten scheinbar wehrlos ausgeliefert.

Diese Ausgabe kann man eigentlich mit dem „Zweiten Teil Phänomen“ beschreiben. Es gibt wenige Ausnahmen, jedoch ist der zweite Teil eines Films meist der schlechteste einer Reihe. „A Larger World Part Two“ beschreibt den Beginn einer Reise mit ungewissen Ziel. Der Spannungsbogen der Geschichte ist etwas verzerrt und zeugt davon, dass hier nur etwas vorbereitet werden soll, was entweder in der nächsten Ausgabe oder später folgen soll. Rick als Führer der Gruppe wird mir immer unsympathischer. Bisher konnte ich sein Verhalten zu großen Teilen nachvollziehen. Anfangs hat sich Rick regelrecht darüber gefreut andere Menschen zu treffen, doch jetzt ist er skeptisch bis paranoid. Vertrauen ist für ihn scheinbar zu Fremdwort geworden. Sicher hat er in den letzten Ausgaben viele Rückschläge erlebt, aber ob Kirkman mit der Figurengestaltung so den richtigen Weg geht weiß ich nicht.


 Kirkman hatte mal gesagt, dass jede seiner Figuren sterben könnte und er sich nicht an seine Charaktere klammert. Soll die rapide Absinkende Sympathie zur Hauptfigur für uns Leser seinen Tod einfacher machen? Ich spekuliere hier selbstverständlich, aber vielleicht bereitet Kirkman somit den Tod von Rick zur 100.Ausgabe vor und will mit damit ein neues Zeitalter von The Walking Dead starten. Wie auch immer, ich greife gleich mal zur Ausgabe 95, denn die 94 lag einen Monat auf meinem größer werdenden Ungelesenstapel, was für Walking Dead eigentlich vollkommen untypisch war.   

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