Samstag, 21. Januar 2012

Filmreview: The Revenant - Untote Wie Wir (2011)

Zombies sind wieder in Mode und so wird der Markt in letzter Zeit mit verwesender Kost überflutet, doch mit The Revenant (dt. Titel: Untote wie wir) ist ein kleines Meisterwerk des Genres in meine hauseigene Videothek gespült worden. Grundthema: Du bist ein Zombie und bist dir deiner selbst bewusst! Das Cover der Blu-Ray strotz vor Selbstbeweihräucherung und lügt dabei nicht. Hier sind Kritiken wie „Der legitime Nachfolger von Braindead und Shaun of the Dead“ (Virus) oder „Das beste Zombie-Buddymovie aller Zeiten“ (Deadline) abgedruckt und ich kann dem nur zustimmen. Der Film ist ein schöner Mix aus Zombiehorror, Komödie, Trash und nun ja Buddymovie. Dieser Begriff trifft wohl den Nagel auf den Kopf.
Bart Gregory gespielt von David Anders ist US-Soldat und wird hinterhältig im Einsatz getötet, jedoch bekommt er eine zweite Chance. Bart erwacht geschockt und desorientiert in einem Sarg. Der Mangel an Sprit in einem Bagger verhinderte das Zuschütten seines Grabs. Er kämpft sich aus dem Erdloch und begibt sich durch das nächtliche LA zu seinem besten Kumpel Joey (Chris Wylde) und an dieser Stelle zeigt sich was beste Freunde ausmacht. Richtige Freunde erkennt man daran, dass egal wie man aussieht oder ob man nach Verwesung riecht trotzdem zu einem stehen. Bart ist ein Zombie, ein Wiedergänger oder auch ein Vampir…was auch immer er ist untot. Nach vier Wochen ohne Nahrung ist auch ein Zombie ausgehungert und hier tut sich das erste Problem auf: er kann keine feste Nahrung zu sich nehmen. Eine Internetrecherche bringt die offensichtliche Lösung. Ein Wiedergänger braucht Blut um den Verwesungsprozess zu stoppen. Ein Überfall auf die Blutbank von LA stellt sich als komplizierter als gedacht heraus. Die Stadt der Engel ist aber ein heißes Pflaster und die beiden Buddys werden von einem durchgeknallten Mexikaner überfallen und töten ihn in Notwehr. Eine neue Blutquelle für Zombie Bart scheint gefunden: der Abschaum von der Straße. Sie ziehen Vergewaltiger, rassistische Schwarze und korrupte Bullen aus dem Verkehr und werden nach und nach zu einer lokalen Berühmtheit. Sie sonnen sich in der ungewollten öffentlichen Aufmerksamkeit wobei der Untote ausschließlich nachtaktiv ist.   

Ich habe mich herzhaft amüsiert. Es ist eine Komödie mit wunderbaren Dialogen und einem abgefahrenen schrägen Humor. Was macht man als Untoter, der sich seiner selbst voll bewusst ist und mit der Verwandlung eine neue Chance bekommen hat. Diese Frage und die daraus folgenden Probleme des Alltags hat der Regisseur und Autor Kerry Prior kongenial umgesetzt. Ein kleiner Tipp von mir: schaut euch den Film in der originalen Sprachfassung an, da die Synchronisation mal wieder ein paar Gags gefressen und verschluckt hat. Der Film ist spannend bis zum Schluss und die Kameraarbeit sowie Make-up von hoher Qualität, also absolut keine B-Movie (wobei diese Aussage gegenüber B-Movies nicht negativ gemeint ist). Bei den Specials sind eine Reihe von geschnittenen Szenen zu finden und auch hier konnte ich einige Male herzhaft lachen. Der Film ist mit FSK 18 für deutsche Verhältnisse etwas hoch gerated. Ich habe da schon deutlich „schlimmere“ Filme mit niedrigerer Einstufung gesehen.

Mein Fazit: Der Film braucht die Konkurrenz wie Zombieland oder Shaun of the Dead nicht scheuen und ist Pflicht für jeden Untotenfan. Auf mycomics.de ist ein Comic namens „The lonely Zombie“, der die Probleme eines denkenden Zombies in einer ähnlichen Weise darstellt. Schaut euch den unbedingt mal an.

Den Trailer will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Der ist kurz und knackig...so wie ein Trailer halt sein soll.

 

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