Sonntag, 15. Januar 2012

Batman Live


Ist es ein Comic? Ist es ein Kinofilm? Ist es ein Musical? Ist es Theater? Ist es Zirkus? Nein! Es ist Batman Live. Schon vor dem Eingang der O2 Arena wird man sich durch die Truckkolonne den Ausmaßen der Show bewusst. Wir hatten uns aus Zeitmangel für die Sonntagsvorstellung um 11 Uhr entschieden und wurden in unseren Erwartungen über die Publikumszusammensetzung zu dieser Uhrzeit nicht getäuscht. Familien mit ihren Kindern säumten die Halle und oftmals war ich mir unsicher, wer von den Familienmitgliedern sich mehr auf das Programm freute. Hibbelige Väter oder die verkleideten Kinder, es herrschte Spannung im Saal. Ein riesige LED Wand mit Batman Logo beleuchtete die Bühne und steigerte die Erwartungshaltung aller Gäste in die Höhe. Die Dämmerung von Gothams Skyline wechselte in die Nacht, das das Spektakel um den Dunklen Ritter beginnt  und der Zuschauer sitzt mitten in Gotham.




Das Stück beginnt, wie sollte es auch anders sein, mit der Ermordung der Waynes und springt dann in den Zirkus der Flying Graysons. Innerhalb von wenigen Minuten wird die Origin des dynamischen Duos Batman und Robin alias Dick Grayson erzählt. Etwas plump und holprig ist der Einstieg, jedoch massentauglich und mit einem raumfüllenden Bühnenbild in Szene gesetzt. Der Star der Show ist eindeutig die Bühne. Sie steht nicht nur im Mittelpunkt sondern treibt die Geschichte voran und hält die Handlungsstränge zusammen. Innerhalb von Sekunden wird aus dem nächtlichen Gotham mit dem verwaisten jungen Bruce ein Zirkus der Extravaganz mit Trapez und Showeinlage. Den Zeitsprung überstanden und von der weiblichen Stimme des jungen Waynes verabschiedet befinden wir uns in der Origin vom Artistenkind Dick, der ebenfalls den tragischen Unfall seiner Eltern mitansehen muss und von Bruce Wayne nach dem Tod seiner Eltern aufgenommen wird. Viel mehr will und brauche ich auch nicht erzählen, denn wie es weiter geht ist wohl allseits bekannt.

Die riesige LED Wand wird kreativ und vielfältig in das Stück integriert. Sie bildet nicht nur die Handlungsorte ab, sondern erzählt Teile des Stücks, stellt die Fahrten mit dem Batmobil oder den Fahrstuhl von Wayne Manor in die Batcave dar. Einige der bewegten Hintergründe orientieren sich an den Stil der Comics, andere sind Computeranimationen von unterschiedlichen Qualitätsstufen. Die Bühnentechnik zeigt was heute möglich ist und wird bis an die Grenzen des Machbaren ausgenutzt, doch die Vorführung hat für mich jedoch ein großes Defizit und das ist die Synchronisation. Das aus England stammende Ensemble wurde von teils bekannten deutschen Stimmen synchronisiert. Die stimmen klingen an vielen Stellen etwas hölzern und die Darsteller reagieren dementsprechend ebenfalls stockend und haben oft nicht synchron zu ihren Stimmen gespielt. Ob es an der letzten Aufführung in Berlin lag oder das die Akteure nicht auf ihre Muttersprache hin agieren müssen lege ich in die Waagschale eines jeden selbst, jedoch hat mich dies anfangs stark gestört und den inneren Wunsch hervorgerufen, dieses Stück im Original zu sehen.





Wer viel Technik in diesem Ausmaß einsetzt, der ist sich auch dem Risiko eines technischen Defekts bewusst. Wir hatten das Pech und mussten eine unfreiwillige zweite Pause einlegen. Eine offizielle Begründung wurde nicht angegeben, das Personal an den Eingangstüren war hingegen auskunftsfreudiger und sehr hilfsbereit. Sicherlich ist dies auch dem letzten großen Desaster in der O2 Arena geschuldet, als plötzlich nach der Vorband der Hauptakt mit Usher nicht auf der Bühne erschien. Es war die letzte Show in Berlin und die LKWs auf dem Parkplatz liefen sich bereits warm. Eine weitere Show würde es in Berlin nicht geben. Der Computer soll abgestürzt sein, welcher das gesamte Programm steuert. Es hätte mich nicht gewundert, wenn der Windowsfehlerton aus den Lautsprechern zu hören gewesen wäre.


Letztendlich wird ein Potpourri aus bekannten Geschichten erzählt und die Macher haben sich dabei allen bekannten Bösewichten bedient. Gegenspieler wie der Joker, Catwoman oder der Pinguin kommen zu Wort. Optisch hat aus der Riege an Gegenspielern eindeutig Scarecrow deutlich herausgeragt, ist aber leider inhaltlich etwas zu kurz gekommen. Rausgekommen ist ein unterhaltsames Bühnenprogramm mit viel Akrobatik, Zaubertricks, Bühnenillusionen und Spezialeffekten, welche eine riesigen Bühne und viel Aufwand bedürfen. Ich bin zwiespältig beeindruckt und mir selbst heute Abend noch nicht sicher, ob ich das, was ich dargeboten bekommen habe, wirklich für gut befinden kann. Bildet euch einfach eine eigene Meinung und schaut mal rein. Die Tickets sind kein Schnäppchen, jedoch bekommt ihr dafür eine gigantische Bühnenshow. Bei der Pyrotechnik wäre ein Tick mehr drin gewesen.


Tourdaten

25.01.-29.01.2012 Frankfurt am Main
01.02.-05.02.2012 Wien Stadthalle
22.02.-26.02.2012 Hamburg
07.03.-11.03.2012 Köln

DER NEUE BATMAN LIVE SPOT! from FanMiles GmbH on Vimeo.

Batman Live (Teaser deutsch) from FanMiles GmbH on Vimeo.

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