Dienstag, 13. Dezember 2011

Filmreview: Paper Man (2009)



Eigentlich ist dies die allseits bekannte Lebensgeschichte des amerikanischen Loosers, des Außenseiters, des Freaks mit dem keiner spielen wollte, nur hat dieser Typ sich einfach einen Freund ausgedacht und diesen imaginären Kumpel mit ins Erwachsenenalter rüber gerettet. Mittlerweile ist Richard (Jeff Daniels) ein Schriftsteller, aber erfolglos und verheiratet. Seine Frau (Lisa Kudrow) lädt den unter einer Schreibblockade leiden Richard in ihrem Wochenendhaus ab, damit dieser ohne Ablenkung sich voll auf das Schreiben konzentrieren kann. Richard hat aber nicht nur seine geliebte Schreibmaschine mitgenommen, welche er dem neuen Laptop vorzieht, sondern auch Captain Excellent, gespielt von Ryan Reynolds. Der Captain war nicht nur eine Actionfigur aus Richards Kindheit, sondern auch sein bester Freund und Retter in der Not. Die Ruhe hilft dem erfolglosen Schriftsteller keineswegs, also macht er sich auf den Weg in die Kleinstadt und lernt dort die traumatisierte Abby (Emma Stone) kennen, eine 17 jährige Schülerin. Zwischen den Beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.


Ryan Reynolds ist zurzeit der Superheld schlechthin. Green Lantern und Deadpool haben anscheinend nicht gereicht, es muss auch Captain Excellent sein. Wer zum Teufel ist Captain Excellent? Na Ryan Reynolds, ist doch klar. Nein jetzt mal im Ernst. Er spielt die Rolle des imaginären Freund und Superhelden a la Superman genial und zieht die Figur im Stil der 50er Jahre gradlinig durch. Ich würde nicht sagen, dass er allein den Film sehenswert macht, aber er hat deutlich dazu beigetragen diesen Film sehenswert zu machen. Jeff Daniels spielt den Schriftsteller beeindruckend gut und dieses Mal gehe ich so weit zu sagen, dass es bisher seine beste Leistung war (die ich von ihm gesehen habe). Lisa Kudrow bekannt aus Friends spielt hier die nörgelnde Gattin, bei der man sich die ganze Zeit fragt, warum sie diesen Kerl überhaupt geheiratet hat. Es ist keine erwähnenswerte Schauspielleistung, was man aber ihr kaum zur Last legen kann, da an dieser Stelle das Drehbuch und die Regie von Michele und Kieran Mulroney auch nicht mehr hergibt. Im Grunde genommen spielt sie einfach die Rolle aus Reine Nervensache nochmal.

Letztendlich kann man sagen, dass dies ein für Amerika ziemlich untypischer Film ist. Wären mir die Darsteller nicht bekannt gewesen, hätte ich felsenfest behauptet, dass dieser Film eine skandinavische Produktion ist. Der Film ist Unterhaltung der etwas anderen und liebenswerten Art. Ein kleines Autorenfilmchen für den Abend mit einer Spur Anspruch und verqueren Humor. Ich hatte meinen Spaß und Ryan Reynolds sicher noch etwas mehr, das sieht man seinem Spiel einfach an. Schaut selbst, ich habe den Trailer wie immer nochmal untern ran gehangen.


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