Dienstag, 13. Dezember 2011

Filmreview: Kleine Verbrechen (2009)

Beim Stöbern durch den örtlich ansässigen Elektromarkt bin ich wieder mal auf eine DVD gestoßen, welche von mir blind mitgenommen und dies nur aus dem Grund, weil der Film aus Griechenland stammt. Nein, das ist nicht meine Art meinen Beitrag zum europäischen Rettungsschirm, den leiste ich durch meine Steuern und dem alljährlichen Kretabesuch, sondern ich hatte in den letzten Jahren einfach Glück mit griechischen Filmen.
Der Film „Kleine Verbrechen“ spielt auf einer ungenannten griechischen Insel, welche eine Nachbarinsel von Santorini sein muss. Auf dieser Insel ist absolut nichts los. Die Polizei ist eigentlich nur pro forma da. Leonidas gespielt von Aris Servetalis ist jung und möchte Aufregung, Spannung und Action, jedoch wird sein Versetzungsantrag nach Athen seit Jahren bearbeitet. So schlägt er sich mit Nacktbadern und minderjährigen Autofahrern in Klapperkisten rum bis plötzlich die Leiche eines der Inselbewohner gefunden wird. Schnell steht für den Kommissar fest, dass der ehemalige Fussballstar betrunken die Klippe runtergestürzt, aber wieso hat er sich vorher die Schuhe ausgezogen und was hat die berühmte Fernsehmoderatorin Angeliki (Viki Papadopoulou)mit diesem Fall zu tun. Leonidas begibt sich auf die Spurensuche und stößt mit seinem Motorroller auf die verschiedensten Hindernisse.

Der blaue Himmel, das dürre vertrocknete Land und die liebenswürdige griechische Mentalität prägen nicht nur den Stil des Films, sondern verschaffen dem Film von Christos Georgiou den notwendigen Widerspruch zur Komödie, damit dieser nicht in alberner Slapstik abdriftet.  Georgiou ist Regisseur, Dramaturg und Produzent in Personalunion, was dem Film die gradlinige Struktur verschafft. 

Ihr könnt mir gerne vorwerfen, dass ich absolut subjektiv urteile, aber der Film ist super komisch und bringt den Sommer in das triste, kalte, winterliche Deutschland. Die Figuren waren mir von Beginn an sympathisch. Sie trinken Raki, wie auch auf Kreta üblich und schwangen den Rosenkranz als eine Art von Ablenkung, welche als Respektlosigkeit gegenüber dem türkischen Besatzer enstand. Bei meinem ersten Besuch hatte ich auf Kreta auch meinen ersten Kontakt mit der griechischen Polizei. Ich fuhr auf der Landstraße die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 90 km/h, sogar etwas darunter, da ich mich noch etwas unsicher auf der einspurigen Staße fühlte, welche als dreispurige Strasse genutzt wurde. Das Warnlicht eines entgegenkommenen Lasters kam für mich zu spät und ich wurde mittels Kelle von einem Polizisten und seinen zwei Begleiterinnen rausgewunken. Er zeigte mir seine Blitzerpsitole mit den gemessenen 86 km/h, die tatsächlich stimmen konnten. Er offenbarte mir, dass dies eine 60 km/h Zone wäre und ich nun 100 € Strafe zahlen müsste. Er verlangte meine Papiere und las meine griechisch klingenden Namen laut vor. Ich schnallte meine Chance und behauptete dreist die Heimat meiner Vorfahren zu besuchen. Er nahm mich zur Seite und händigte mir einen Starfzettel in Höhe von 40 € mit der Info, wenn ich die Strafe innerhalb von 3 Tagen im Taxoffice bezahlen würde, diese um die Hälfte halbiert wird.Ich liebe die Griechen und ihre verschrobenen Eigenheiten.

Den Trailer des Films aus dem Jahr 2009 enthalte ich euch selbstverständlich nicht vor.


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