Donnerstag, 15. Dezember 2011

Chew - Band 3 – Eiskalt serviert


„Tony ist zurück nach einem schwierigen Fall auf einer kleinen Insel im Westpazifik, der mehr Fragen aufwarf, als Antworten brachte...aber seitdem läuft eigentlich alles ganz gut. Etwas zu gut…“ So beginnt das erste Kapitel des soeben erschienen dritten Bandes über den Cibopathen Tony Chu vom CrossCult Verlag. Besser hätte man es nicht ausdrücken und zusammenfassen können. Für Tony und seinen kybernetisch ergänzter Kollegen John Colby währt die Ruhe nicht lange, denn sie werden zu einem Pferdestall gerufen. Dort finden sie den Sohn des Senators mit einer Mistgabel aufgespießt und einem selten Nagetier im Mund auf. Eine Verkostung später führt die Spur zu der uns bereits bekannten Journalistin, welche Speisen so genau beschreiben kann, dass der Leser sie sogar schmecken kann. Ein großer Skandal tut sich auf, denn die Elite der Gesellschaft trifft sich regelmäßig zu einem speziellen Schlemmermenü mit seltenen Tierarten.

Am Beginn jedes Heftes gibt es eine kleine Erklärung wer Tony Chu und was ein Cibopath ist. Für diejenigen, welche Chew noch nie gelesen haben, ergänze ich dies gern: Tony ist Sonderermittler der Lebensmittelaufsicht der Vereinigten Staaten (FDA), der mächtigsten Exekutivbehörde der Welt und er ist ein Cibopath. Das bedeutet, er kann in eine Banane beißen und bekommt in seinem Kopf ein Gefühl dafür, von welchem Baum die Banane stammt, welches Pestizid verwendet wurde und wann sie geerntet wurde. Ihr könnt euch also sicher vorstellen, was er an einem Tatort kostet. Nein könnt ihr selbstverständlich nicht, denn hier versetzt der Autor Layman den Leser immer wieder in Erstaunen, mit welcher kreativen Energie er seine makabre Fantasie zu Papier bringt.

Diese Ausgabe hat aber weitaus mehr zu bieten, denn wir treffen auf einen neues Highlight des Marktes, künstliches Hühnerfleisch, Chus Ex-Partner Savoy sowie auf seine Ex-Freundin und nachdem wir bereits Tonys Bruder kennen lernen durften, haben wir in dieser Ausgabe das Vergnügen die gesamte Familie zu betrachten. Wie ihr seht ist diese Ausgabe vollgestopft mit den verschiedensten Handlungssträngen, jedoch hat John Layman es wieder geschafft, diese nicht nur geschickt zu verknüpfen, sondern hat wieder deftig an der Humor- und Spannungsschraube gedreht. Selten liest man Comicreihen, die mit jeder weiteren Ausgabe besser werden.

Ich habe mich jedenfalls vollends amüsiert und greife nun doch zu meinen englischen Ausgaben, die in den letzten Monaten aus Zeitmangel sauber eingetütet und eingelagert wurden. An dieser Stelle muss ich aber deutlich sagen, dass ich Chew lieber in den deutschen Ausgaben lese und bisher die Ursache noch nicht genau ergründen konnte. Eventuell liegt es am Humor oder das der Lesefluss in der Muttersprache nicht unterbrochen ist. Ich weiß es nicht. Eine Kritik, die ich bei CrossCult immer wiederholen muss: das A5-Format ist für die S-Bahn-Fahrt (gerade jetzt im Winter, wo die Bahnen voller werden) ziemlich praktisch, aber es zerstört durch die Verkleinerungen der Panels das Gesamtwerk des Zeichners. Es ist einfach Schade.

Eine Sache möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Das Heft 14 hatte im englischen Original ein paar schöne Cover, welche von Tarantino Filmen inspiriert wurden. Schöne Cover, die mich immer wieder dazu ermutigen Einzelhefte zu kaufen.



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