Samstag, 24. Dezember 2011

Comicreview: Batman Noel

Ich wünsche allen Lesern ein Frohes Fest und bedanke mich für die Treue. Ihr seid das beste Geschenk, welches ich dieses Jahr erhalten habe.

Es ist der Weihnachtsmorgen und nach der Bescherung habe ich meine Freundin erst einmal arbeiten geschickt und mir den Batman Noel aus dem Regal gezogen. Ich bin kein großer Fan von Weihnachten und so habe ich diesen Band eine ganze Weile vor mir hergeschoben, jedoch wann passt es mehr als heute dieses Comic zu lesen. Kaffee, Nutella-Brötchen und Clueso im Hintergrund sehe ich mich gut vorbereitet den Heilig Abend besinnlich zu starten. Es ist also Weihnachten in Gotham und wie meine Madame bleibt auch dem Dunklen Ritter keine Ruhestunde. Schnell merkt man, dass die Geschichte sich nicht um Batman dreht, sondern um den Hungerlöhner Bob, der für den kaltherzigen Konzernchef Scrooge ähh Bruce Wayne arbeitet und um sich und seinen Sohn über Wasser zu halten kleine Jobs für den Joker übernimmt. Batman hat es auf Bob abgesehen, denn er will an den Joker rankommen und hierzu benutzt er den armen Wicht als Köder.
Es ist also Weihnachten und DC hat sich gedacht: „Da müssen wir doch was machen!“ Rausgekommen ist dabei ein kruder Mix aus Charles Dickens Weihnachtsgeschichte "A Christmas Carol" in Gotham. Lee Bermejo bekannt als Co-Autor vom grandiosen Werk „Joker“ hat sich wirklich Mühe gegeben, diesen (vielzu-) oft verarbeiteten Stoff in einen neuen Kontext zu setzen. Vielleicht liegt es auch wieder an mir und meiner nie vorhandenen Weihnachtsstimmung, aber gelungen ist ihm dies nicht. Ich bin in die Geschichte zu keiner Minute eingetaucht und musste zu meinem Entsetzen auch noch einen Gastauftritt von Superman ertragen. An der Stelle war ich dann vollständig raus. Der Typ ist Rot aber doch nicht der Weihnachtsmann, auch wenn er immer Allwissend ist.

Aller Kritik zur Story zum Trotz hat dieses edle Hardcover auch seine positiven Seiten. Das Artwork, die Colorierung von Barbara Ciardo und auch der Panelaufbau sind sehr stilvoll und hatten mich damals auch zum Kauf bewegt. Hier ziehe ich meinen Hut, denn an dieser Stelle gibt es nichts zu meckern. Das Vorwort von Jim Lee und die Konzeptzeichnungen im Anhang runden diese Ausgabe etwas ab.

Letztendlich sehen wir Gotham wieder als dunkle grausame Stadt, wie wir sie kennen. Sozialer Abgrund nach typisch amerikanischem Ausmaß, welches hier in Deutschland auf dem Vormarsch ist. Die Welt ist hart und macht keine Pause, selbst an den Feiertagen nicht. Die Verbindung zur Christmas Carol ist ein netter Versuch die viktorianische Zeit mit der heutigen zu verbinden. Ich hatte da bisher noch keinen Unterschied gesehen und der Autor hat mit diesem Werk nur meine Ansicht bestätigt.

Fazit: Ich bin unentschlossen ob ich mit dem Kauf zufrieden bin. Ich feiere jetzt das Fest und schlafe mal darüber. Vielleicht erscheinen mir die drei Geister und führen mich auf den Pfad der Tugend.  

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