Dienstag, 8. November 2011

Comicreview: Smoke City #2

Der Comic beginnt mit einer unerwartet Wendung in der Story, die ich an dieser Stelle nicht spoilern kann/will/darf, denn ich will/kann/darf euch nichts verderben. Ich sage nur eins, die Autoren Benjamin Carrè und Mathieu Mariolle haben die Stilmittel des Film Noir verinnerlicht und spielen gekonnt mit den Erwartungen des Lesers.

 Das von Tarantino perfektionierte Spiel mit den Zeitebenen trägt im zweiten Teil von Smoke City entscheidend zur Spannung der Geschichte bei und zeugt von einem gut vorbereiteten Handlungsaufbau. Nicht nur die Wendungen haben es in sich, auch die Dialoge und besonders die Verhöre sind der reinste Lesegenuss. Ich will mehr und leider musste ich feststellen, dass dieser Band die Story abschließt. Ich bin also gespannt auf meinen nächsten Blindkauf aus dem Hause Splitter, denn letztendlich hatte ich dieses Jahr damit eine sehr gute Quote (100% Erfolg).
 
Wie die erste Ausgabe bereits andeutete, gibt es in der Geschichte auch ein Quäntchen Mystery. An dieser Stelle bin ich mir nicht sicher, was ich von der Verarbeitung dieser Szenen halten soll. Sie werden eingeleitet von einer fast langatmigen Erklärung, jedoch bin ich auch für diese Art von Geschichten empfänglich und daher konnte ich darüber hinwegsehen. Ob jeder Leser so konsequent diese Phase der Geschichte erträgt bin ich mir nicht sicher und ob es wirklich notwendig war, diesen Gangsterkrimi in einen Mysterythriller zu verwandeln obliegt allein dem Autor, jedoch wäre ich anders vorgegangen und beim Verlagschef sicher auch untergegangen. Reine Gangstergeschichten gibt es wahrscheinlich zu Hauf auf dem Medienmarkt, diese Kombination ist mir bisher noch nicht untergekommen und daher für mich einzigartig und somit gelungen.     

Ich habe es jetzt nicht gegoogelt, jedoch hoffe ich, dass sich Produzenten finden, diesen Comic auf die Kinoleinwand zu bannen. Die Story ist perfekt für eine filmische Umsetzung, denn sie ist bildgewaltig, spannend und den Bösewicht hat der Zeichner Benjamin Carrè bereits festgelegt…oder was meint ihr dazu? Wenn das nicht John Malkovich ist, dann fresse ich einen Besen.

Die Zeichnungen sind zum Teil wieder von so genialer Qualität, teils sogar fotorealistisch in den Hintergründen, sodass ich wiedermal minutenlang an einigen Panels hängen geblieben bin und die Bilder zu analysieren versuchte. Ich zog bei zwei Hintergründen sogar meine Freundin (Fotografin) zu Rate, um eine zweite Meinung zu erhalten. Hat da jemand mit Photoshop gefaked? Ich weiß es nicht und letztendlich kam ich zu dem Urteil: und wenn schon! Es sieht genial aus.

An dieser Stelle eine kleine Erklärung meinerseits: Ja ich schreibe viel zu oft lobend über die rezensierten Comics. Dies liegt jedoch einzig daran, dass ich nicht dauernd hetzten kann und will. Das hören/lesen wir doch allzu oft in unseren allmächtigen Medien. Bei miesen Comics fällt mir auch oft nur eins ein: der ist sch….e und davon ist diese Minireihe meilenwert entfernt.

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