Dienstag, 1. November 2011

Comicreview: Daybreak

Einen Tag nach Halloween schaffe ich es auch mal eine gruselige Review zu schreiben. Sorry, aber die beiden Bilder vom Aufeinandertreffen von Flash und Clark Kent (siehe die vorherigen Posts) und eine grandiose Halloweenparty in Erfurt organisiert von freakslike und unoculus hatten den Vorrang.

Nachdem ich heute auf der Hinfahrt zur Arbeit in der S-Bahn die aktuelle Folge von The Walking Dead genossen habe (der Typ neben mir glaube nicht, so wie er ab und zu gezuckt hat), hatte ich für die Rückfahrt wieder mal ein kleines Schmankerl. Ein Tipp, der eigentlich kein Geheimtipp sein sollte. Ich rede von Daybreak geschrieben und gezeichnet von Brian Ralph. Ursprünglich in drei einzelnen Ausgaben erschienen, ist nun der Sammelband im edlen Hardcover auf dem Markt. Ich hatte vorab nur ein zwei Zeilen über diesen Comic gelesen und bin ja für Zombies immer leicht zu begeistern. Ein kurzer Blick im Groben Unfug und die Kaufentscheidung war gefallen.
Die Geschichte ist bekannt, jedoch gibt es immer wieder eine neue Sichtweise. Ralph schafft mit diesem Comic ein kleiner Kunstgriff, den er komplett durch die gesamte Geschichte kreativ durchhält. Die Hauptfigur ist ein einarmiger Junge, der den Leser als Begleiter betrachtet. Wir wandeln also gemeinsam mit dem Charakter durch die Apokalypse. Er zeigt uns seinen Unterschlupf, wie er auf Nahrungssuche geht, wie er trotz seinem Handicap sich erfolgreich durch die Zombies und die Gegebenheiten der untergangenen Zivilisation schlägt. Wir spielen mit ihm „Stein, Schere, Papier" und helfen ihm im Kampf gegen die wandelnden Toten. Wir treffen mit ihm auf andere Überlebende, die genauso skeptisch ihm gegenüber sind, wie er ihnen gegenüber.

Wie bei den guten Vorbildern geht es im Werk von Brian Ralph eher um den Menschen als um den Zombie, diese werden eher auch nur angedeutet. Ich bin überzeugt davon, dass die grausame Realität des Weltuntergangs nicht in Farbe gezeigt werden muss, denn Schwarz/Weiss in Schraffur regt die Fantasie an und die ist grausamer als jedes in Details gezeichnete Bild. Die Bilder von Ralph haben noch einen großen Pluspunkt. Sie sind sehr grob und minimalistisch gezeichnet. Er legt somit das Augenmerk auf das Wesentliche. Die Geschichte und die Emotionen sowie Intensionen der Figuren stehen im Mittelpunkt und nicht das Abschlachten von Untoten.

Ich will nicht sagen, dass der 1973 geboren Brian Ralph ein unbeschriebenes Blatt ist, jedoch ist es bei seinem „kleinem“ Gesamtwerk äußerst beeindruckend bereits drei Harvey Award sowie eine Eisner Award Nominierung im Lebenslauf zu haben. Ich werde mich auf jeden Fall mal reinklemmen und schauen ob ich mehr Material in meine Fittiche bekomme.

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