Samstag, 29. Oktober 2011

Comicreview: The Walking Dead #90

Wie das Cover bereits verrät naht der Winter und die Emotionen der Urbewohner der abgeschotteten Siedlung gehen hoch. Nicholas hat Angst von der hinzugekommen Gruppe unter der Führung von Rick verdrängt, sogar umgebracht zu werden. Es kommt zu einer brenzligen, bewaffneten Duellsituation zwischen Glenn und Nicholas in John Woo Manier, jedoch tritt Rick dazu und wir befinden uns in einer tarantinoesken Reservoir Dogs Situation. Rick scheint es in diesem Moment egal zu sein wer da vor ihm steht, er würde beide erschießen. Diese Situation zeigt deutlich die Charakterentwicklung, welche Rick in den nun 90 Heften durchgemacht hat. Er will die Gruppe zusammenhalten und würde dafür über Leichen gehen. In der Vergangenheit musste er bereits viele harte Entscheidungen treffen und er würde nicht mehr zögern, jetzt nicht mehr.
Es gibt noch so viele Missverständnisse zwischen den beiden Gruppen, welche dringend geklärt werden müssen, jedoch leben sie unter sehr ungewöhnlichen Umständen. Außerhalb der Mauern ist die Hölle auf Erden und innerhalb der Siedlung hat jeder genügend Platz sich zurückzuziehen. Die Gruppe muss aber zusammenwachsen und auch zusammenhalten, denn wie bereits erwähnt steht der Winter vor der Tür und die Vorräte gehen zu Ende. Nahrungssuche außerhalb des selbst gewählten Gefängnisses ist angesagt und dafür benötigen sie jeden Einzelnen.
    
Nicholas und die anderen seiner Gruppe haben noch nicht das Verständnis für die Situation da draußen, da sie bisher im Paradies während der Apokalypse lebten. Sie müssen sich zusammenraufen, denn je größer die Gruppe desto größer ist die Überlebenschance. Das ist wie bei Herden oder Fischschwärmen. Rick schafft es mit intelligent gewählten Worten Nicholas dazu zu bewegen seine Waffe niederzulegen und Ihn davon zu überzeugen, dass sie sich gegenseitig brauchen, denn nur zusammen sind sie stark genug diese Katastrophe zu überleben (und eine neue Menschenpopulation zu etablieren - Anm. des Bloggers).

Carl geht es inzwischen besser und kann nach der schweren Schusswunde am Kopf das provisorische Krankenhaus der Siedlung verlassen und nach Hause zurückkehren. Auch Carl merkt die Veränderung seines Vaters und fragt ihn, wie es nur ein Kind tut, ob er traurig wäre, wenn er bei dem Unfall gestorben wäre. An dieser Stelle zeigt sich wieder deutlich worum es eigentlich bei The Walking Dead geht. Robert Kirkman möchte die Psyche der Menschen in der Katastrophe zeigen und nicht die Katastrophe selbst. Wie entwickeln sich Menschen in Ausnahmesituation, zu was sind sie fähig, welche Moral und Ethik gilt noch?

So mehr will ich an dieser Stelle nicht spoilern, ich muss nur eines noch von mir geben: In dieser Ausgabe kommt es zu einem höchst interessanten Cliffhanger und ein großer Schritt für die Charakterentwicklung von Rick. Also lesen und überraschen lassen. Ich kann echt verstehen, warum ein Großteil der Leser mittlerweile auf die Trades umgestiegen/eingestiegen sind, denn die Story liest sich am Stück (bzw. in größeren Stücken) besser, jedoch werde ich bei den Einzelheften aus zweierlei Gründen bleiben. Zum Einen liebe ich die Cover, ich liebe sie wirklich, denn sie sind immer mein Highlight des Monats. Zum Anderen bin ich einfach viel zu neugierig und kann es einfach nicht abwarten.

So und jetzt ab zur Halloweenparty nach Erfurt.

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1 Kommentar:

  1. Könnte mir auch nicht vorstellen immer aufs nächste Trade zu warten, selbst nur einen Monat zu warten ist oft schon hart.

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