Sonntag, 9. Oktober 2011

Comicreview: Penguin – Pain and Prejudice #1

Das Batman-Universum hat die verschiedensten Bösewichter hervorgebracht und einige sind höchst interessant gestaltete Charaktere. Der Pinguin ist wohl einer der zwielichtigen Figuren Gothams. Körperlich entstellt, untersetzt, jedoch hochintelligent, feinsinnig und sensibel. Tim Burton hat Oswald Chesterfield Cobblepot mit Danny DeVito in Batmans Rückkehr 1992 grandios und prägend besetzt und seitdem gehört er neben dem Joker zu meinen Lieblingsfiguren.

In den Comics ist der Pinguin bereits seit seinen ersten Auftritten grundsätzlich eher der gentlemanhafte, monokeltragende nahezu aristokratische Gangsterboss mit einer Prise „irrsinniger Freak“. Ihm geht es in erster Linie ums Geschäft. In den letzten Jahren ist diese Charaktereigenschaft immer häufiger in den Vordergrund gestellt worden. Er ist mittlerweile wieder der Boss der Unterwelt, Kredithai bzw. Auftraggeber des organisierten Verbrechens der Unterwelt von Gotham. Nach Außen das Auftreten als der saubere Geschäftsmann, im Hintergrund der skrupellose Strippenzieher mit Frack, Schirm und Zylinder, jedoch ohne ein Quäntchen Gewissen.  

DC Comics beleuchtet nun in der fünfteiligen Miniserie „Peguin – Pain and Prejudice“ die Figur und die Entwicklung des Pinguins. In einem Artwork nach meinem Geschmack, !!Schwarz/Weiss!!, werden wir Zeuge der Geburt des Oswald und sehen in Rückblicken seine Kindheit. Kinder können so grausam sein. Natürlich ist der entstellte Junge ein gefundenes Fressen für Hänseleien. Heute würde man von Mobben sprechen und dies prägt selbstverständlich die Persönlichkeit. Gleichzeitig macht Cobblepot die Erfahrung, dass Macht und Geld Ansehen verleihen können und hier kommen wir zum Spiegel, welchen manchmal Comics sowie jegliches Medium uns vorhalten können. Kann man mit ehrlicher Arbeit wirklich reich werden und Ansehen/Respekt gewinnen? Es gehört schon ein Spur Glück und auch Charisma dazu in die oberste Liga aufzusteigen. Bruce Wayne ist reich geboren und wie bereits schon öfter erwähnt (zuletzt in All Star Western #1) seit mehreren Generationen zur Oberschicht zugehörig. Er ist somit nicht das perfekte Gegenstück zum aufgestiegenen Syndikatsboss. Wie im wirklichen Leben verschwimmen die Grenzen zwischen Böse und Gut, zwischen Falsch und Richtig.

Die Geschichte erzeugt ein Mitleidsgefühl, welches man sich nicht erwehren kann. Ich spüre in mir den Zwiespalt, dass ich die Re/Aktionen von Oswald nachvollziehen kann. Der Gedanke an Rache und Wiedergutmachung ist berechtigt, jedoch auch die Mittel? Soll man die Grausamkeiten herunterschlucken? Das Leben so nehmen wie es ist? Hat man kein Recht sich zu wehren? Fragen über Fragen und der Comic gibt keine Antworten, erzählt dafür eine herausragende Geschichte geschrieben von Gregg Hurwitz in hochwertiger Optik gestaltet von Szymon Kudranski (bekannt als Zeichner von Spawn) auf einer realistischen Ebene.

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