Mittwoch, 5. Oktober 2011

Filmreview: Daredevil (2003)

Von allen Seiten schlechte Kritiken und heute, wo ich krank zu Hause liege, dient die Daredevilverfilmung für mich als optimale Ablenkung. Ein guter Zeitpunkt zur eigenen Meinungsbildung, denn ich bin allein, unabgelenkt und in der Stimmung zum Mitnörgeln.
Kurze Einführung in das Grundthema: Daredevil ist ein Anwalt, welcher im Kindesalter durch einen Unfall erblindete. Seine Sinne wurden durch die plötzliche Erblindung (oder durch die Chemikalie) extrem verstärkt. Sein Vater, ein gealterter Preisboxer, wird ermordet, weil er einen getürkten Kampf entgegen der Ansage gewinnt. Der junge Waise schwört Rache und widmet sich zum einem seinem Jurastudium und dem Training seiner Fähigkeiten. Die Darstellung seiner Sinne fand ich persönlich sehr gut umgesetzt. Sein Gehör funktioniert wie ein Radar, jedoch nervte der Pegelton szenenweise. Interessant fand ich auch die negative Seite seiner überscharfen Sinne. Er muss in einem schalldichten Wassersarg schlafen, um alle Einwirkungen des Großstadtdschungels auszublenden. Ein durchfahrender Zug in einer U-Bahn-Station kann ihn schon mal in die Knie zwingen.

Mit Selbstjustiz im Stil von Batman bin ich schon mal vertraut und trifft einen gewissen Nerv bei mir. Gefallen hat mir die Einführung. Erst versucht Matt Murdock als Anwalt mit Hilfe der Justiz einen Vergewaltiger hinter Gittern zu bringen, scheitert jedoch. Daraufhin zwängt er sich in sein Teufelskostüm (in Erinnerung an den Kampfnamen seines Vaters) und handelt eigenständig, wenn er auf ehrenwerten Weg scheitert. Nur eines stört mich. Der Held ist ein Mörder. Er stößt im Kampf den Triebtäter auf die U-Bahn-Gleise und unternimmt nicht den geringsten Versuch ihn vor dem herannahenden Zug zu retten.
Inwiefern die Story der Verfilmung aus dem Jahr 2003 mit Ben Affleck in der Hauptrolle mit den Comics übereinstimmt ist mir nicht bekannt. Also enthalte ich mich der Kritik in diese Richtung. Elektra fand ich ganz nett umgesetzt und mir ist bewusst, dass für eine Filmstory der weibliche Part sowie die Liebesgeschichte notwendig sind. Trotzdem kann ich mich mit der in den Wolverine Comics dargestellte Elektra mehr anfreunden.

Ben Affleck ist nicht der begnadetste Schauspieler, jedoch kann man immer schlechter besetzen. Die Cameoauftritte waren wiederum ein kleines Schmankerl. Stan Lee wird das Leben gerettet, Kevin Smith liefert den entscheidenden Hinweis auf Daredevils Identität und Frank Miller stirbt mit einem Bleistift im Kopf. Nett.

Bevor ihr jetzt Vermutungen anstellt. Nein, ich habe nicht unter starker Medikamenteneinwirkungen oder Halluzinationen gelitten. Ich finde den Film nicht genial, aber ganz gut umgesetzt. Ich habe bei der jetzigen Recherche festgestellt, dass es einen Directors Cut gibt. Kann mir jemand einen Tipp geben, ob es sich lohnt diese 30 Minuten längere Fassung anzuschauen. Die Lizenz der Rechteinhaber läuft aus, wodurch es wieder in der Gerüchteküche brodelt. Eine Neuauflage ist angekündigt.

Kommentare:

  1. Da kommt sie, die Frage nach dem Director's Cut.
    Ja, es lohnt sich definitiv diese anzuschauen.
    In der Kino-Version war mir zuviel Liebesdingens drin. Das ist in der DC nicht so vorhanden. Auch wurde der Film ein bisschen anders zusammen geschnitten, so dass die Inhalte mehr Sinn machen.
    Ich bin glücklich mit meiner DC. Und Ben Affleck ist dann auch ganz okay. :-)

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  2. Na dann schau ich mal ob ich diesen Cut irgendwo finde. Vielen Dank.

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