Mittwoch, 5. Oktober 2011

Comicreview: Aquaman #1 – The Trench

Hier haben wir wieder einen Reboot im Rahmen von DC The New 52 mit einer Figur, welche für mich zwar namentlich bekannt, doch eigentlich vollkommen unbekannt ist. Die Rede ist von Aquaman, der Herrscher von Atlantis und Mitbegründer der Justice League.
Knossos
Ich bin ehrlich: viel kann ich über dieses Comic nicht sagen, daher schweife ich kurz mal ab. Atlantis ist ja wohl eines der interessantesten Themen der Antike. Als großer Fan der griechischen Kultur und Geschichte habe ich mir natürlich bereits ein eigenes Bild zum Untergang der ersten Hochkultur des europäischen Kontinents gemacht. Eine Reise nach Kreta vor einigen Jahren öffnete mir die Augen. Bereits knapp 2000 Jahre vor der uns bekannten griechischen Antike gab es auf Kreta und unter Anderen auf der Insel Santorin eine Kultur von immensem Fortschritt. Im Jahr 1899 machte Sir Arthur Evans auf der Insel Kreta eine erstaunliche Entdeckung. Er grub die Grundmauern eines Palastes (Knossos) aus, kaufte das Grundstück und grub weiter. Zum Vorschein kam eine riesige verwinkelte Palastanlage, nahezu ein Labyrinth von Gängen. Es lag nahe in den Sagen der alten Griechen eine Quelle zu suchen, welche diese Kultur beschrieb. Schnell kam die Erzählung des Minotaurus auf, welche ein riesiges Labyrinth unter einem Palast beschreibt. Der Namensgeber dieser Kultur war dann der König von Minos bzw. König Minos. 

Diskus von Zakros
Genau kann man das bisher noch nicht sagen, da die Schriften Linear A und B (siehe unten Diskus von Zakros) bisher noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Dies ist nur eines der Geheimnisse, welche die Minoer umragt, denn selbst ihr Untergang ist bis heute nur ansatzweise geklärt. Vermutet wird ein Vulkanausbruch auf Santorin, welcher die Insel vollkommen zerstörte und eine Sinnflut sowie Feuersbrunst auf der Nachbarinsel Kreta auslöste. Die Kultur der Minoer verschwand plötzlich, jedoch bin ich der Überzeugung, dass die Kretaner die verwüstete Insel verließen und ihre Handelskontakte im Mittelmeerraum nutzten und in den angrenzenden Ländern unterkamen. Vergleicht doch einfach mal dieses Bild des Lilienprinzen, welches von Evans entdeckt und restauriert wurde und zieht euren eigenen Schluss, welche Kultur von wem beeinflusst wurde.

Wasser- und Abwassersytem in Zakros
Ich finde die Minoer an sich schon sehr interessant, da ein deutscher Forscher einen typischen Steinanker der Kretaner im Watt der Nordsee gefunden hat. Ein griechisches Forscherteam hat ein kretisches Boot nachgebaut und ist damit bis nach Piräus, dem Hafen von Athen geschippert. Zur Verbesserung der Vorstellung: eine heutige Fähre benötigt 8 Stunden für diese Reise und diese Schiffe sollen bis in die Nordsee gelangt sein. Funde auf der Insel beweisen einen regen Handel im Mittelmeer bis tief in den arabischen Raum. Spannend. Ich habe in den letzten Jahren nahezu alle minoischen Ausgrabungsstätten (teils mehrfach) auf Kreta besucht und bin immer wieder überrascht über die Kultur. Die Minoer hatten ein Wasser- sowie Abwassersystem und eine hochentwickelte Aggrarkultur, um mehrere tausend Menschen in einer Siedlung zu versorgen. Hier mal ein Bild der Ausgrabungsstätte Lato, welche ich persönlich am eindrucksvollsten empfand, obwohl kaum noch etwas übrig ist. Man kann sich jedoch die Ausmaße sehr gut vorstellen. Das gesamte Tal sowie die Hänge waren bebaut. Wir sind dort mehrere Stunden umhergekraucht und waren begeistert über diese Anlage. Ein interessanter Fakt: keine der Siedlungen hatte Wehranlagen. Entweder fühlten sich die Bewohner auf ihrer Insel sehr sicher oder es gab zu diesem Zeitalter tatsächliche keine Feinde.
Ausgrabung von Lato
Jüngste Forschungsergebnisse ergaben ein neues Bild der Minoer. Sie sollen Menschen den Göttern geopfert haben, was wiederum die Sage vom Minotaurus erhärtet. Kommen wir schnell noch zu meiner Vermutung (welche ich nicht alleine vertrete), dass  Santorin bzw. Kreta die sagenhafte Kultur der Atlanta beschreibt, denn die Sagen der alten Griechischen beruhen zum größten Teil auf wahren Begebenheiten. Die Minoer waren so weit sie es wollten isoliert, durch den Handel und Lage im Mittelmeer wohlhabend und es entwickelten sich dekadente Züge. Das Meer und die Feuersbrunst verschlang diese Kultur und die Überlebenden verstreuten sich im gesamten Mittelmeerraum. Ihre Kultur lebte fort, indem sie sich in andere Kulturen integrierte. Die Sage um eine untergangene hochentwickelte Kultur lebte fort und wurde erst knapp ein Jahrtausend später niedergeschrieben und ist daher sicherlich verwaschen und mit generationsübergreifender Fantasie ergänzt worden.

Heute lebt die Sage um die Bevölkerung von Atlantis in einer Geschichte um ein unter der Wasseroberfläche  lebendes Volk. Die Figur des Aquaman existiert bereits seit 1941 und ist bei den Amerikaner eine sehr beliebte Figur. In Europa eher durch die Zeichentrickserien „Liga der Gerechten“ und „Batman: The Brave and the Bold“ bekannt, sowie denjenigen, welche die Justice League in Comicform verfolgten, zu denen ich mich nicht zählen kann. Die Geschichte beginnt nach meinem Geschmack. Der Held kämpft gegen gewöhnliche Verbrecher, welche einen Geldtransport entwendet haben und der Kampf endet mit einem eindrucksvollen Beweis von Aquamans Kraft/Macht, indem er den Geldtransporter mittels seines Dreizacks zum Überschlagen bringt. Die Kugeln eines Maschinengewehrs prallen von ihm ab und trotzdem wird ein Funke von Schwachstelle offengelegt, denn eine Kugel trifft ihn am Kopf und verursacht eine blutende Wunde. Ich liebe solche Details und bin gefesselt.

Es gelingt den Autoren ein cleverer Kniff zum Erläutern des Hintergrunds von Aquaman und beweisen hiermit, dass es sich um einen tatsächlichen Reboot handelt. Aquaman besucht ein Fischrestaurant und bestellt Fish and Ships, was unter den Gästen und Angestellten für Verwirrung sorgt. Wir erfahren, dass Aquaman nicht mit Fischen reden kann und sie nur mental beeinflussen kann, damit sie ihm helfen. Nun treffen wir auf einen Bruder des Groben Unfug Blog Sixtetts, einem Blogger. Er will den marinen Helden für seinen Blog interviewen. Mittels dieses Stilmittels erfahren wir mehr über den Sohn eines Menschen und der Königin von Atlantis. Ich finde die Idee gut und gratuliere an dieser Stelle, denn es muss nicht immer ein IPad (für mich als Applegegner ein riesen Negativpunkt) sein, wie in anderen Ausgaben des Reboots, um zu zeigen, in welcher Zeit dieser Comic spielt. Der Schluss bietet dann noch ein Cliffhanger mit Meeresmonstern. Kurz und knapp: Gut und ich verfolge diese Serie weiter.

Wie üblich zum Schluss noch das Kapuzenmädel in dieser Ausgabe.



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