Samstag, 24. September 2011

Comicreview: Gotham is…..Batman #1

Ich bin die Generation und solcher Herkunft, welche mit Comics nicht viel Kontakt hatte. Wir wurden nach der Wende überflutet mit Einflüssen und hatten Jahre damit zu tun etwas aufzuholen, was uns vorher nie gefehlt hatte. Ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen wie ich samstags am Morgen leise ins Wohnzimmer geschlichen bin und ganz ganz leise den Flimmerkasten anwarf um Batman zu schauen.
Die Buff/Bang-70er-Jahre-Trash-Serie wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Kurze Zeit später lief dann ein Film im Vorabendprogramm der ARD der mein Leben, meine Einstellung zum Film, zum Comic und insbesondere zu einem bestimmten Schauspieler bis heute prägte. Batman von Tim Burton mit Jack als Joker. Ich verehre wahrscheinlich bis zum Ende meiner Tage die Figur Batman, den Regisseur Burton und „Mr.Badhimself“ Jack Nicholson. Batman war der erste Film den ich auf VHS im Fernsehen mitschnitt, Batman war meine erste Kauf-VHS und meine erste DVD (ausgenommen der TNG Serie). Die ersten Videos auf meinem Smartphone für die Arbeitswegunterhaltung waren von der Animated Series. Filme von Jack Nicholson oder Tim Burton werden grundsätzlich in der Erscheinungswoche im Kino genossen und Batman Comics sind beim Groben Unfug im Abo, was sonst.

Nun ist es soweit. DC startet im Rahmen von The New 52 die traditionsreiche und höchst langlebige Batman Reihe neu. Wie bei Action Comics und DetectiveComics war auch diese Serie der Nummer 1000 greifbar nah. Nach 713 Heften liegt nun die Nummer 1 vor mir und ich wünschte diese Ausgabe hätte ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Dieses Heft würde ich wahrscheinlich in Sheldon Art in einem Bankschließfach aufbewahren und ein Foto, welches selbstverständlich ohne Blitz geschossen würde über meinem Bett hängen. Ob diese Ausgabe aus dem Jahr 2011 einen solchen Wert erreich wird ist stark zu bezweifeln, dennoch gehe ich höchst vorsichtig mit ihr um und das Variant bleibt in Hülle und Pappe bis ich verrecke oder verkaufe um mir an meinem Lebensabend ein Häusle auf der schönen Insel Kreta leisten zu können. Ich weiß, dass ich mal wieder schwafle, träume und meilenweit vom eigentlichen Themaabschweife: BATMAN #1 aus dem Jahr 2011.

Zum regulären Cover: Mhhh.

Zum Variant Cover: Mhhhhhhhhhhhhhhhhhhh.

Ich weiß mir nicht zu helfen, denn beide sprechen mich keineswegs an. Allein das Cover animiert nicht zum Kauf. Beim Variant kommt es einem vor, als hätte es schon 100mal so im Laden gestanden und bei der regulären Version wirkt alles etwas ideenlos und auch noch perspektivisch misslungen.

Die Erzählstruktur des Anfangs hingegen ist durchaus gelungen. Batman denkt über eine Kolumne in der Gotham Gazette nach mit dem Titel Gotham is…! Ich fordere euch an dieser Stelle auf meine Kommentarfunktion mal auszureizen und zu schreiben, was ihr über Gotham denkt. Ich mache selbstverständlich den Anfang: Gotham is cruel!

Die Batman Serie von Scott Snyder hat seinen Einstand mit viel Blut, Action und ist grausam brutal. Das Leben des dunklen Ritters ist halt auch kein Zuckerschlecken und erst recht nicht für seine(n) Gegner, insbesondere wenn sie einen Massenausbruch aus Arkham versuchen. Dem Neueinsteiger wird mittels des folgenden Bildes eine Einführung in das Batman Universum und der „Kinderscharr“ um Bruce Wayne vermittelt. 


Alfreds trockener Humor bekommt seinen Auftritt an passender Stelle. Ein Empfang zur Zukunft von Gotham hält Bruce selbstverständlich nicht lange auf, denn der Fledermausmann braucht frische Luft. Da ist natürlich ein Raum mit einer 5-6 Tage alten Leiche viel angenehmer, jedoch war der Cliffhanger eine Überraschung, welcher mich auf die nächste Ausgabe hoffen lässt.

Der Zeichenstil ist düster, dreckig und schroff. Ich mag das. Schaut euch einfach nur mal das Bild von Gordon an, wie er sich eine Kippe ansteckt. Die Flamme leuchtet richtig und kommt einem nahezu aus dem Comic entgegen gelodert. Die Farben sind schön gesetzt und Gotham wirkt unheimlich und der Batsuite wirkt an keiner Stelle so albern wie auf den beiden Covern.

Mittlerweile ja obligatorische Pflicht zur Wahrung der Vollständigkeit: Das Kapuzenmädel ist auch hier wieder einmal zu finden.



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