Donnerstag, 8. September 2011

Comicreview: Action Comics #1 - Der Supermann in Jeans

Nun ist es soweit. Pünktlich wie die Maurer vermeldet der Grobe Unfug den Posteingang der nächsten 13!!! Erstausgaben des DC Reboot The New 52. Also geschwind zum Laden in der Berliner Torstraße und erste Sichtung vornehmen was davon tatsächlich interessant sein könnte. Selbstverständlich sticht bei der Auswahl als erstes ein Comic ins Auge, nein es springt einen förmlich an: Action Comics Ausgabe 1, das Traditionscomic aus dem Hause DC.
Ich habe über 400 Superman Hefte im Regal und keines davon gelesen, jedenfalls nicht die Superman Stories. Meine Sammlung besteht aus den Superman/Batman Ausgaben von Ehapa aus der Zeit Ende 60er bis Mitte 80er und Kaufgrund war ausschließlich der Batmananteil. Wie bereits erwähnt schrecken mich Superkräfte automatisch ab, da unglaubwürdig und für mich als Realist schwer greifbar. SUPERman trägt SUPERkraft schon im Namen und daher bisher Grund genug für mich diese Figur zu meiden wo es nur ging.

Ich bin aber offen für Neues und werde somit glückliches Opfer der DC-Bosse und Ihrem Rebootplan. Strategie erfolgreich, denn ein Neukunde hat Heft außerhalb seiner Gewohnheiten gekauft und ist eventuell angefixt. Ob es soweit ist kann ich erst nach weiteren Heften sagen, jedoch bin ich bisher positiv überrascht. Ein Superman in Bluejeans und starker sozialer Ader spricht mich an. Erst vor kurzem wurde mir dieses DC-Urgestein sympathisch, als er in Ausgabe 900 seine amerikanische Staatsbürgerschaft zurückgab, da er dies nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Ich habe diese Ausgabe leider nicht gelesen, jedoch rückblickend kommt es mir wie ein erster Test vor. Wie reagieren die Leser auf einen Superhelden mit moralischen Gewissen, demokratischen Gedankengut und einer Ader für Soziales sowie Umwelt (also einem Al Gore mit Umhang und Superkräften)?

Vorsicht SPOILER! Zum Inhalt der ersten Action Comics Ausgabe:

Wie bereits bei JLA scheint die neue DC-Welt noch nicht den Umgang mit Superhelden gewöhnt und wie bereits erwähnt bietet dieses Universum ein riesiges Pensum an Möglichkeiten zur Gestaltung von Charakterzügen der Helden. Die Autoren dieser Ausgabe sprechen einen weiteren äußerst wichtigen Aspekt an: Wie bekämpft man ein Wesen, welches scheinbar aus Stahl besteht, über Wolkenkratzer „springen“ kann, ungeheurere Kräfte besitzt und dem Laserstrahlen aus den Augen kommen? Lex Luther arbeitet mit dem Militär zusammen um das Wesen im Cape zu analysieren und rüstet eine Sondereinheit zur Bekämpfung aus, was sich aber scheinbar als wirkungslos erweist, jedoch eine gehörige Portion Action in diese Action Comics Ausgabe bringt.

Clark Kent ist ein Junge vom Dorf, der als Journalist bei einem Blättchen in Metropolis tätig ist und dort Aufsehen mit Enthüllungsgeschichten erregt. Lois Lane kommt in einem Nebenstrang der Handlung vor und scheinbar sind sich die Beiden noch nicht persönlich über den Weg gelaufen. Mehr erfährt man eigentlich noch nicht in der ersten Ausgabe über das brillentragenden Alter Ego. Im Gegensatz zum Cover hat Superman noch kein komplettes Kostüm, was ich an dieser Ausgabe am Besten finde. Er trägt Jeans, ein Shirt mit dem bekannten Logo und seinen Umhang. Es zeigt, dass sich die Figur noch am Anfang seiner Entwicklung befindet und noch improvisiert. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Idee und der Umsetzung, denn es bringt die Figur des allmächtigen Superhelden dem Leser näher. Er ist einer von uns und das allein mit dem Tragen von Jeans. Genial. Im Handlungsverlauf erkennen auch die Bürger von Metropolis, dass Superman einer von den Guten ist und stellt sich gegen das Militär und vor den, vom Kampf geschwächten Helden.

Der Zeichenstil ist poppig bunt und die Actionszenen rasant dargestellt also gestanden Handwerkskost ohne Mut, jedoch mit Qualität und somit eigentlich keine Erwähnung wert. Alles andere hätte den Stammleser nur aufgeregt.

Mein Fazit: gelungene erste Ausgabe und einen Tick besser als JLA, da mehr Inhalt reingepackt. Bin gespannt auf die Fortsetzung nach einem Cliffhanger, der mit einem bewusstlosen und somit wehrlosen Superman endet.

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