Samstag, 13. August 2011

Planet der Affen 1968 bis 2011

Ich war schon immer Fan von Weltuntergangszenarien und die Hauptursache liegt meines Erachtens beim Planet der Affen aus dem Jahr 1968. Anfang der 90er im Nachmittagsprogramm bei irgendeinem öffentlich-rechtlichen Sender angefixt, hält die Sucht nach Endzeitszenarien bis heute an. Für damalige Zeiten ein grandioser Kostümfilm und einer der wenigen Filme von Charlton Heston, welche ich immer wieder sehen kann. Diese Woche hat Kabel 1 passend zum Kinostart des Prequels eine Affen-Nacht ausgestrahlt, bei der ich mich nicht zurückhalten konnte und wieder einmal einen Film(e) im TV schauen musste obwohl dieser werbungsfrei im DVD-Regal steht. Das sind die Momente in denen ich mir einen Quotenmesser an meinem TV-Gerät zum Steigern der Qualität des Fernsehprogramms wünsche. 
Kurzinhalt für die Ahnungslosen: Eine Crew von vier Astronauten landet versehentlich auf einer  Welt, in welcher der Mensch zum Haustier von Primaten geworden ist. Taylor (Charlton Heston) wird bei einem Angriff berittener Affen von seinen Kollegen getrennt und erleidet eine Kehlkopfverletzung. Somit erkennen die Primaten nicht sofort den Unterschied zu den verstummten grunzenden Menschen dieser Welt. Die Affen haben ihr eigenes Weltbild geschaffen und leben nach den Regeln des Ceasar. Dieser Affe ist nun das Vorbild der aktuellen Verfilmung mit dem einfallsreichen deutschen Titel: Planet der Affen Prevolution (org. Rise of the Planet of the Apes). Zwei Wissenschaftler erkennen die Fähigkeiten des Menschen und verhelfen ihm nach anfänglichem Zögern zur Flucht. Achtung Spoiler (grins): Am Ende des Films erkennt der Astronaut, dass er keineswegs auf einem anderen Planeten sondern auf der Erde der Zukunft ist.    


Ich muss zugeben mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis ins Kino gegangen zu sein. Die Abneigung zu Remakes (und noch Prequels) ist mit Blick auf die jüngste Kinovergangenheit (X-Men, Superman etc.) verständlich und wurde speziell in diesem Fall durch den schlechtesten Burton Film mit Marky Mark in der Hauptrolle nur verstärkt. Die Burton Verfilmung aus dem Jahr 2001 hatte stellenweise gute Ideen, nur hat die Sozialkritik des Originals vollkommen gefehlt, da er letztendlich auf einem fremden Planeten gespielt hat und dabei ist gerade dieser Inhalt von gravierender Bedeutung, dabei stößt das Endzeitthema den Setdesignern sowie den Leuten der Special Effects Abteilungen eine Tür zu einem Lager von beeindruckenden Szenarios auf. Gut dann vergessen wir mal ganz schnell den ersten Versuch einer Neuauflage des Affenplaneten und gehen noch einen Schritt rückwärts bevor wir zum Prequel kommen. 

Hat jemand von euch sich schon mal mit den Planet der Affen Comics aus den 70ern vom Williams Verlag (Marvel Comics) beschäftigt? Zugegeben 70er Comics sind nett ausgedrückt „gewöhnungsbedürftig“, jedoch haben die Autoren und Zeichner sich hier richtig Mühe gegeben und somit stechen diese Comics zum Film aus der elend langen Reihe von miserablen Gelddruckversuchen heraus. Mit der aktuellen Comicreihe habe ich mich noch nicht beschäftigt, aber die bisher gelesenen Kritiken versprechen Gutes.

Die aktuelle Verfilmung zum Beginn der Affenrevolution ist zu meiner Überraschung tatsächlich gelungen. Die Story nachvollziehbar, die Animationen der Affen realistisch und keineswegs karikaturenhaft wie bei Burtons Kostümparade, was auch sein spezielles Flair hatte, mir dann jedoch irgendwann (bei Helana Bonham-Carter besonders gravierend) nur auf die Nerven gegangen ist. Die Erklärung zur Intelligenzsteigerung durch ein Alzheimermedikament ist plausibel und die Entwicklung von Ceasar vom Haustier zum Revolutionsführer an manchen Stellen etwas zu sprunghaft, jedoch fürs Popcorn-Kino typisch. Mal abwarten was die DVD-Veröffentlichung für erweiterte Szenen mitbringt. Laut Amazon ist das Veröffentlichungsdatum der 31.12.2012. Wer es glaubt wird selig, denn dann ist die Welt bereits untergegangen oder eine Sequel zum Prequel auf dem Markt, denn genug Ansätze für eine Fortsetzung haben sich die Macher geschaffen.

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