Mittwoch, 20. Juli 2011

Comicreview: American Splendor – Best of

Am letzten Wochenende konnte ich mal wieder ein kleines Schnäppchen auf em Flohmarkt am Mauerpark erstehen: das Best off vom American Splendor von Harvey Pekar aus dem Jahr 2005 mit Comics aus den 90ern.
Ich muss ja zu meiner Schande zugeben auf American Splendor erst durch den gleichnamigen Film mit dem grandios spielenden Paul Giamatti in der Hauptrolle gekommen zu sein und auch hierbei war es das Cover, welches mich zur Kaufentscheidung der DVD bewogen hatte, wie so oft vorher und nachher bei Comics. Bei diesem Film stellte sich der Blindkauf als ein Glücksgriff heraus, der mich des Öfteren im Comicshop nach weiteren Splendor-Material hat umschauen lassen hat. Ich bin ja ein großer Fan von „einfachen“ Schwarz/Weiss-Zeichnungen (u.a. von Fritz the Cat Zeichner Robert Crumb), aber die Kombination aus biographischen Geschichten im Niveau eines Tagebuches als Selbsttherapie des Autors Harvey Pekar und der unterschiedlichen Zeichner mit ihren sehr unterschiedlichen Stilen machen diese Zusammenstellung zu einem Muss in jeder Sammlung. Der Grundinhalt vom American Splendor ist schnell erzählt. Harvey ist ein nörgliger Kauz, ein kleiner Looser, ein Normalo mit starken Selbstzweifeln im Wechsel mit einer gehörigen Portion Ego. Ihm scheint das Leben ständig zu piesacken. Wie ein stetiger Tropfen den Stein höhlt, bringen die verschiedenen Lebenssituationen Harvey immer ein Stückchen näher an eine Dauerdepression. Diese kleinen teils makaberen Geschichten schreibt er nieder und veröffentlicht diese als Comic. 

Die Reihe ist in den Staaten mittlerweile Kult, wird bereits seit 1976 veröffentlicht und wer einmal reingeschaut hat versteht ziemlich schnell, was den Reiz an der bebilderten Lebensgeschichte ausmacht. Von aberwitzig, eklig über todtraurig bis schnöder Alltag ist alles niedergeschrieben. Schon das Titelbild des Best off spricht Bände.

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